Demos gegen Corona-Beschränkungen in ganz Europa

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Tausende Gegner der Corona-Maßnahmen sind am Samstag in mehreren europäischen Ländern auf die Straßen gegangen. In Schweden ging die Polizei rigoros gegen kleinere Kundgebungen vor, im niederländischen Amsterdam und dem deutschen Kassel wurden Wasserwerfer eingesetzt. In den italienischen Metropolen Turin, Venedig und Rom wurde unter anderem mit demonstrativen Umarmungen für ein Ende der Corona-Beschränkungen demonstriert. Auch in Kroatien und Rumänien gingen gab es Demos.

Mit mehr als 20.000 Teilnehmern war die Anti-Corona-Demo im nordhessischen Kassel die größte. Eigentlich hatte die Stadt nur 6.000 Teilnehmer auf einem Platz am Stadtrand zugelassen. Es kamen mehr als drei Mal so viele, sie trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und zogen dann auch illegal durch die Innenstadt, wo es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten und mit der Polizei kam. Die Beamten setzen auf den Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern, mehrere Menschen seien festgenommen worden.

Kleiner fielen die Demonstrationen im leidgeprüften Italien aus. Rund 70 Personen skandierten im römischen Vorort Ostia „Freiheit, Freiheit!“ und umarmten sich demonstrativ vor den Polizisten. Als diese nach einer entsprechenden Aufforderung durch die Demonstranten ihre Helme abnahmen, erhielten sie spontan Applaus. Spannungsgeladener war die Situation in Venedig. Dort verweigerten einige Demonstranten die Personenkontrolle durch die Polizei, einige versuchten, die Polizeisperre zu durchbrechen. Im norditalienischen Turin wurden etwa 40 Personen bestraft, die bei ihrem Protest im Stadtzentrum keine Maske trugen. Eine Person wurde wegen Widerstand gegen die Polizei angezeigt, ein Polizist wurde an einer Hand leicht verletzt, berichteten italienische Medien.

In Amsterdam vertrieb die Polizei die Teilnehmer einer nicht genehmigten Kundgebung mit Wasserwerfern vom zentralen Platz vor dem Reichsmuseum. Rrund 1.000 Demonstranten seien am Rand des historischen Grachtenviertels eingekesselt worden, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete. Viele von ihnen wurden dann mit Bussen an den Stadtrand gebracht. Über Festnahmen gab es zunächst keine Angaben.

Auch in Schweden gingen die Sicherheitsbehörden rigoros gegen die Demonstrationen vor. Sowohl in der Hauptstadt Stockholm als auch in Göteborg und Malmö seien die Proteste am Samstag von den Beamten gestoppt worden, weil sie gegen die maximal zulässige Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen verstoßen haben. In Göteborg waren demnach 50 bis 70 Menschen dabei gewesen, in Malmö etwa 200. In Stockholm sprach die Zeitung „Aftonbladet“ von 200 bis 300 Teilnehmern.

Nachdem Schweden in der Pandemie auf einen international viel beachteten Sonderweg mit relativ lockeren Beschränkungen gesetzt hatte, wurden die Maßnahmen in der zweiten Welle verschärft. So dürfen sich seit Ende November nur noch höchstens acht Personen für öffentliche Zusammenkünfte und Versammlungen zusammenfinden.

Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen fanden auch in fünf kroatischen Städten statt. In der Hauptstadt Zagreb sowie in Osijek und in den Adria-Städten Split, Dubrovnik, und Sibenik gingen Tausende Menschen auf die Straße und trugen dabei mehrheitlich keinen Mund-Nasen-Schutz. Unter anderem in Split bezeichneten die Demonstranten die Maskenpflicht als „Tyrannei“. Kroatien hat im Vergleich zu anderen EU-Staaten mildere Corona-Maßnahmen. So ist etwa die Innengastronomie geschlossen, jene unter freiem Himmel aber erlaubt.

Auch in der rumänischen Hauptstadt Bukarest und fünf weiteren Städten des EU-Staates gingen am Samstag Corona-Skeptiker ohne Mund-Nasen-Schutz auf die Straße. In Bukarest sowie im siebenbürgischen Cluj (Kolozsvar/Klausenburg) gehörten prominente Mitglieder der neuen extrem rechten Parlamentspartei AUR zu den Teilnehmern der Kundgebungen. Häufig sichtbar waren auch religiöse Symbole. Viele christlich-orthodoxe Gläubige sind mit den Einschränkungen für Gottesdienste unzufrieden.

Demonstriert wurde auch im siebenbürgischen Brasov (Kronstadt), in den Städten Constanta und Galati sowie im westrumänischen Timsoara (Temeswar), das zu den größten Infektionsherden des Landes gehört. Die Polizei kündigte an, mit Bußgeldern gegen jene Demonstranten vorzugehen, die die Maskenpflicht und die Abstandsregeln verletzten.


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