Test auf Osttiroler Alm: Halsband soll den Wolf vergrämen

Das Anti-Wolf-Halsband soll die Raubtiere mit einem elektrischen Schlag abschrecken.
© Martin Lugger

Von Catharina Oblasser

Lienz – Ein Halsband mit Wolfs-Abwehrfunktion wird diesen Sommer an Weidetieren auf der Alm getestet. Es soll Schafe und anderes Almvieh schützen. Die Erfindung stammt vom Lienzer Michael Eder, der mit seinem Unternehmen Brainflash ein Instrument für den Herdenschutz bereitstellen will.

Wie das Halsband funktioniert, erklärt Eder so: „Wölfe, aber auch Bären oder Luchse, greifen mit einem Biss in den Hals an, dem so genannten Drosselbiss. Der Druck des Bisses löst im Abwehrband einen leichten Stromschlag aus.“ Dieser Impuls soll den Angreifer nicht verletzen – dazu ist der Strom zu schwach –, sondern nur abschrecken, sodass er seine Beute in Ruhe lässt. Der Wolf werde aus diesem Stromschlag sozusagen „lernen“, dass sein Angriff unangenehme Folgen hat, so Eder, und sich in Zukunft von Weidetieren fernhalten.

Die Idee reift seit einem guten Jahr, nun folgen Praxistests. Die Bänder, die bei Markteinführung zwischen 50 und 80 Euro kosten sollen, bestehen aus ausrangierten Feuerwehrschläuchen und der dazugehörigen Elektronik. Als „Testtiere“ dienen Schafe einer Osttiroler Alm. „Wir wollen sehen, wie wetter- und lichtbeständig das Band ist. Es soll schließlich viele Jahre halten“, meint der Erfinder.

Der nächste Schritt, der bevorsteht, ist ein Probebetrieb der Bänder in einem Gebiet, in dem oft mit Wolfsattacken zu rechnen ist. Nur so lässt sich überprüfen, ob das Band tatsächlich so wirkt wie gedacht. Daran arbeitet Michael Eder noch, in enger Abstimmung mit Tierschutzorganisationen in Deutschland. So gibt es in Niedersachsen Regionen mit sehr häufigen Wolfsangriffen, eventuell könnte der Probebetrieb dort stattfinden, erklärt der Unternehmer. Das ist aber noch nicht fixiert.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte