Nach drei Amtszeiten: Milser Ortschef Peter Hanser tritt vorzeitig zurück

Nach fast drei Amtszeiten legt der Milser Ortschef mit Ende April sein Amt nieder. Seine Fraktion wird Daniela Kampfl als Nachfolgerin nominieren.

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Die Liste „Gemeinsam für Mils“ wird für die Wahl im Mai Daniela Kampfl als Nachfolgerin von Peter Hanser vorschlagen.
© Hanser

Von Michael Domanig

Mils – Es sind politisch aufregende Wochen voller Umbrüche in den Gemeinden östlich von Innsbruck: Nach Arno Guggenbichler (Absam) und Edgar Kopp (Rum) legt mit Peter Hanser aus Mils der nächste namhafte Lokalpolitiker sein Amt als Bürgermeister vorzeitig zurück. Das hat Hanser (71) gestern Abend im Gemeinderat bekannt gegeben – nachdem er bereits zu Jahresbeginn bestätigt hatte, dass er 2022 nicht mehr antreten werde. Auch als Gemeinderat sowie als Geschäftsführer der Gemeindebetriebe Mils GmbH tritt er zurück.

Hanser (Liste Gemeinsam für Mils) ist seit fast 30 Jahren kommunalpolitisch tätig: Er begann 1992 als Gemeinderat, war von 1994 bis 2004 Vizebürgermeister und ist seit 2004 Bürgermeister. Jetzt, am Ende seiner dritten Amtszeit, sei der richtige Zeitpunkt für den Rückzug.

Über seine Nachfolge entscheidet der Gemeinderat – voraussichtlich in der ersten Mai-Hälfte. Die offizielle Einweihung des umgebauten und erweiterten Kindergartens Milser Heide mit Bildungslandesrätin Beate Palfrader am 28. April wird Hansers letzte „Amtshandlung“ sein.

Wie Hanser berichtet, hat sich seine Fraktion nach intensiven Gesprächen einstimmig entschieden, Daniela Kampfl als Bürgermeisterkandidatin namhaft zu machen. Kampfl, Jahrgang 1973 und Mutter zweier Kinder, ist seit 2016 Gemeinderätin und Obfrau des Bildungsausschusses. Ebenfalls seit 2016 arbeitet sie als Landesgeschäftsführerin des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Sie bringe daher auch „entsprechende Managementerfahrung“ mit, so Hanser.

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Gegenkandidaten im Gemeinderat sind angesichts der zuletzt konfliktreichen politischen Lage in Mils fix zu erwarten. Kampfl geht aber als Favoritin in den Wahlgang. Zwar hält „Gemeinsam für Mils“ selbst nur sechs von 17 Sitzen im Gemeinderat, aber die Vertreter der Fraktionen SPÖ Mils und Aktives Direktes Mils (je ein Sitz) hätten bereits zugesichert, für Kampfl zu stimmen, und seien auch „einverstanden, diese Zusage öffentlich zu machen“, erklärt Hanser. Für gewisse Spannung ist beim Wahlvorgang trotzdem noch gesorgt.

Befragt nach zentralen Projekten in seiner Bürgermeister-Ära, nennt er allen voran den Gewerbepark Mils. Dieser habe die finanzielle Basis für viele Investitionen gelegt, von Sportanlagen bis Kinderbetreuung. Apropos: In 18 Jahren habe man nie Eltern abweisen müssen – „wir hatten immer alle Kinder Platz“ – und habe die Betreuung stetig ausgebaut. Auch das neue Dorfzentrum samt betreutem Wohnen gelte als Best-Practice-Beispiel in Tirol, ergänzt Hanser.

An Herausforderungen für die künftige Gemeindeführung mangelt es nicht: In der brisanten Frage eines neuen Autobahn-Vollanschlusses auf Höhe des Milser Gewerbegebiets „hängt jetzt alles von Asfinag und Land ab“, sagt Hanser. Die Standortentwicklung für das gewaltige Areal des „Sozialen Netzwerks St. Josef“ mitten in Mils wiederum gelte es „mit Bedacht anzugehen“. Es sei „wichtig, dass das kein Streitthema wird“ und man sich z. B. auf einen eigenen Projektausschuss mit externer Begleitung einige.


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