Murren in Schwaz, auch Virgen und Arzl müssen weiter testen

Ausreisetestpflicht für Osttiroler und Pitztaler Gemeinde wie im Bezirk Schwaz bis 1. April verlängert. Mils fürchtet ebenfalls schärfere Maßnahmen.

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Im Bezirk Schwaz wird weiter bei allen mit Hauptwohnsitz die Ausreise kontrolliert – die Verlängerung bis 1. April stößt auf Verdrossenheit.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck, Schwaz – Die Zahl der Neuinfektionen – 262 positive Fälle am Mittwoch – steigt auch in Tirol, die Situation in den Spitälern ist derzeit allerdings stabil. Wenngleich es hier stets einen verzögerten Effekt gibt. Dennoch: Vor allem in der Inntalfurche und in der Landeshauptstadt macht sich das höhere Infektionsgeschehen bemerkbar. Und generell die britische Coronavirus-Mutante, auf die sich rund 60 Prozent der Infektionen, zurückführen lassen. Nach wie vor sind hauptsächlich Familien Ansteckungsherde.

Entspannt hat sich die Situation in Matrei in Osttirol, in Roppen und in Haiming, dort endet die „Isolation“ mit Ablauf des heutigen Tages. In Virgen sowie in Arzl im Pitztal wird sie bis 1. April verlängert. Wie auch die Ausreisetestpflicht im Bezirk Schwaz. Sie sorgt bei vielen Bewohnern für Kopfschütteln. Schließlich erhielten 46.000 Bewohner zuletzt die erste Impfdosis. Während viele die Maßnahmen weiter hinnehmen, fühlen sich andere „gefrotzelt“ und „g’pflanzt“. „Das nimmt einfach kein Ende mehr und das trotz der ohnehin hohen Test- und Impfwilligkeit“, sagt ein Zillertaler. Eine junge Frau meint: „Das ist so unnötig, vor allem mit den Kontrollen. Wir testen auch ohne diese Verlängerung wie die Irren.“ Eine andere meint, dass man so nur weiter die bittere Resignation und den Unmut der Leute anfeuere.

Ich verstehe die Verdrossenheit, denn die Erwartungshaltung ist eine andere.
Martina Entner (WK-Bezirksobfrau Schwaz)

Bei Martina Entner, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer Schwaz, sind dieser Tage ein paar Anrufe eingetrudelt. „Aber es ist nicht die ganz große Dramatik“, sagt sie. Sie verstehe die Verdrossenheit der Schwazer, denn die Erwartungshaltung sei nach dem Impfstart eine andere. Laut Land Tirol ändern sich aber die Öffnungszeiten der Test-Busse in Weer, Jenbach und Strass auf 5 bis 22 Uhr.

Bürgermeister versuchen gelassen zu bleiben

Die Bürgermeister des Bezirks versuchen die Situation gelassen zu sehen. Laut BM Hans Lintner aus Schwaz gelte es weiterhin in erster Linie die Hospitalisierungen möglichst gering zu halten. „Die neue Kombination der britischen und südafrikanischen Mutante begründet die Verlängerung“, sagt er. Auch die Ortschefs Hansjörg Jäger (Ried i. Z.) und Alois Aschberger (Wiesing) glauben, dass die Mehrheit die Verlängerung ohne große­s Murren mitträgt. „Die Frage ist, wie lange das noch so bleibt“, meint Aschberger.

In Mils bei Hall sitzt Bürgermeister Peter Hanser derzeit auf Nadeln. 40 aktive Fälle gibt es in seiner Gemeinde, die großteils auf private Freizeit-Treffen zurückzuführen seien, bei denen sich die Beteiligten mehrfach ohne Masken und Abstände getroffen hätten. Auch im Zentrum für Hör- und Sprachpädagogik hat es laut Hanser Ansteckungen gegeben. Nach einem Corona-Fall hat die Gemeinde selbst den Großteil der Bauhof-Mitarbeiter als Vorsichtsmaßnahme in Quarantäne geschickt.

Hanser hofft über die Kontaktnachverfolgung die Infektionsketten zu durchbrechen. Sollte das bis nächste Woche nicht gelingen, sei auch in Mils mit schärferen Maßnahmen zu rechnen. (emf, md)


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