Aus für Ausreisestopp? Deutschland dürfte die Grenze wieder öffnen

Deutschland dürfte Tirol von der Liste der Virusvariantengebiete nehmen. Der in der Vorwoche verlängerte Ausreisestopp aus Tirol könnte vielleicht schon heute aufgehoben werden.

Seit 14. Februar gilt das Ausreiseverbot aus Tirol nach Deutschland. Es wurde bisher dreimal verlängert.
© Hrdina

Innsbruck, München – Dass die rigorosen Grenzkontrollen in Deutschland - aus Tirol darf nur in Ausnahmefällen eingereist werden - für weitere zwei Wochen verlängert wurden, sorgte in der Vorwoche für flächendeckende Empörung. Schließlich konnte die Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Variante seit Februar deutlich eingedämmt werden. Aktuell gibt es in Tirol nur noch 38 aktiv positive Fälle.

In den vergangenen Tagen nahmen außerdem die Beschwerden über das Vorgehen der deutschen Grenzbehörden zu. Sogar ein Krankentransport vom Bezirkskrankenhaus Reutte in das Klinikum Füssen mit einem Herzpatienten wurde an der Grenze gestoppt. Tirols LH Günther Platter (VP) kritisierte diese Willkür, ihm selbst wurde Anfang März die Durchreise über das Große Deutsche Eck zum Bund-Länder-Gipfel mit Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien verwehrt.

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Trotzdem riss die Gesprächsbasis im Hintergrund nicht ab. Vor allem mit dem deutschen Innenminister Horst Seehofer. Mit ihm hat Platter ein an und für sich gutes Einvernehmen. Gestern zeichnete sich dann Tauwetter an den Grenzen ab, Seehofer hatte bereits angekündigt, dass Tirol schon früher von der Liste der Risikovarianten-Gebiete genommen werden könnte. Die Bewertung dafür nimmt in Deutschland das Robert-Koch-Institut vor, die Politik richtet ihre Entscheidungen danach aus. Es wird nicht ausgeschlossen, dass es heute so weit sein wird und der Einreisestopp ab Sonntag vorbei ist.

Druck machen auch die Freien Wähler, der Koalitionspartner der in Bayern regierenden CSU. "Die Quarantäne-Regeln für binationale Familien und Paare gegenüber Tirol und Tschechien müssen sofort fallen", fordert der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt. Seine Fraktion habe sich bereits vor zwei Wochen für eine Rückkehr zum "bayerischen Weg" ausgesprochen. Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger macht sich ebenfalls für ein Ende der Grenzkontrollen stark.

Elbigenalp: Testpflicht bleibt

Die Ausreise aus der Tiroler Gemeinde Elbigenalp im Außerfern wird auch weiterhin mit einer Testpflicht verbunden sein. Weil das Infektionsgeschehen nach wie vor hoch ist, wurde die seit Montag geltende Regelung gestern bis einschließlich 4. April verlängert. Eigentlich hätte die Regelung heute enden sollen. Für Arzl im Pitztal, Virgen in Osttirol und den Bezirk Schwaz dürfte das am 1. April der Fall sein. (pn)


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