Neues Album von Daniil Trifonov: In der Brandung und voller Sehnsucht

Mit seinem Album „Silver Age“ unterstreicht Daniil Trifonov seinen Ruf als Klaviermagier und beweist sich als einer der großen Pianisten unserer Zeit.

Daniil Trifonov, Jahrgang 1991, interpretiert auf „Silver Age“ Werke von Igor Strawinsky, Sergej Prokofjew und Alexander Skrjabin.
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Innsbruck – Daniil Trifonov, Ende 20, gilt bereits als einer der großen Pianisten unserer Zeit – bestätigt durch sein neues Album „Silver Age“. Der im russischen Nowgorod geborene, in Moskau und den USA ausgebildete, nun in New York lebende Klaviermagier überträgt damit den Begriff vom „Silbernen Zeitalter“ aus der russischen Literatur auf die Musik von Prokofjew, Skrjabin und Strawinsky.

Im Zentrum des Doppel-Albums mit zwei Klavierkonzerten und Solowerken steht das phänomenal vermittelte Konzert in fis-Moll op. 20 von Alexander Skrjabin. Nach den schroffen Klippen des Beginns leuchtet er die Musik sanft und mysteriös aus, überspielt im fließenden Duktus weder Gewagtes noch Sehnsuchtsvolles. „Skrjabin komponiert, als würde er improvisieren“, sagt Trifonov im Booklet, wegen dessen Musik habe er das Klavier überhaupt erst ernst genommen. Skrjabin, der das Konzert 24-jährig schrieb, war früher sein Lieblingskomponist. Vielleicht haben das individuelle Ausdrucksbedürfnis und die emotionale Vielfarbigkeit die durch ein Jahrhundert getrennten, doch im Musizieren gleichaltrigen Jungen bleibend verbunden.

Skrjabin vorangestellt sind von Sergej Prokofjew das Klavierkonzert Nr. 2, die Klaviersonate Nr. 8, eine Gavotte und die zerklüfteten „Sarkasmen“. Zuletzt stehen Igor Strawin­skys Serenade in A-Dur für Klavier und gutgelaunt die „Feuervogel“-Suite sowie drei Sätze aus „Petruschka“. In den Orchesterwerken folgt das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergievs Leitung dem singulären musikalischen Empfinden und pianistischen Können Trifonovs in der Brandung wie im Atmosphärischen. (u.st.)

Daniil Trifonov: Silver Age. Deutsche Grammophon/Universal.

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