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Zunehmend harte Kritik: Tiroler Impfkonzept stößt vielen Ärzten sauer auf

Tiroler Hausärzte üben zunehmend harte Kritik an der Impfabwicklung des Landes. Es fehlen nicht nur Impfdosen. Auch Impftermine würden zum Nachteil von Risikopatienten unfair verteilt werden.

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Wer sich auf Tirols Impfportal für eine Impfstraße anmeldet, ergattert scheinbar schneller einen Termin als bei Hausärzten.
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Von L. Pircher, A. Plank

Innsbruck, Thaur, – Haben Sie schon einen Impfstoff? Wann kann ich endlich geimpft werden? Diese Fragen bekommen Tirols rund 600 Corona-impfwillige niedergelassene Ärzte derzeit zigfach von ihren Patienten zu hören. Die Ärzte wären dazu bereit – können aber nicht, weil ihnen die Impfdosen dafür fehlen.

So gab es letzte Woche trotz Impfstart für die über 70-Jährigen nur 20 bis 30 Impfdosen pro Ordination. Viel zu wenig, wie nicht nur die Mieminger Hausärztin Christiane Oberleit erklärt: „Wir sind eine Praxis mit zwei Kassenstellen und haben knapp 1000 Anmeldungen über das Impfportal Tirol. Dazu kommen etliche hundert Impfwillige, die bereits seit August 2020 auf unserer internen Impfliste geführt sind. Unsere Patienten vertrauen uns, wir aber müssen sie seit Wochen vertrösten, wenn es um eine Impfung geht. Auch Susanne Zitterl-Mair, praktische Ärztin in Thaur hat aktuell 662 Anmeldungen: „Unabhängig von der Anzahl der Anmeldungen wurde diese Woche jede Ordination mit 20 bis maximal 22 Impfdosen pro Arzt beliefert.“


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