Häuser und Wohnungen in Österreich in fünf Jahren um ein Drittel teurer

Immobilienkäufer zog es im Vorjahr verstärkt aufs Land. Preisanstieg bei Österreichs Immobilien ist im EU-Vergleich überdurchschnittlich hoch.

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Die mittelfristige Betrachtung verdeutlicht die Immobilienpreisexplosion der vergangenen Jahre. (Symbolfoto)
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Wien – Die Immobilienpreise in Österreich sind auch im Corona-Jahr 2020 wieder kräftig gestiegen. Nach Angaben de Statistik Austria, die gestern ihren Häuserpreisindex veröffentlicht hat, wurden Wohnungen und Häuser im vergangenen Jahr gegenüber 2019 im Schnitt um 7,6 Prozent teurer. Damit lag der Preisanstieg deutlich über dem Durchschnitt der jährlichen Zuwachsraten seit 2010 von 5,9 Prozent. Nur 2016 war der Preisanstieg mit 8,5 Prozent noch höher.

Eine mittelfristige Betrachtung verdeutlicht die Immobilienpreisexplosion der vergangenen Jahre. Gegenüber dem Jahr 2015 sind Häuser und Wohnungen in Österreich im Schnitt inzwischen um rund 36 Prozent teurer. Im Vergleich zum Jahr 2010 beträgt der Preisanstieg 77 Prozent.

„Im Corona-Jahr 2020 hat die Nachfrage privater Haushalte auf dem Wohnimmobilienmarkt deutlich angezogen“, erklärte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Demnach wurden um 5,7 Prozent mehr Wohnungen und Häuser durch private Haushalte ­gekauft als noch ein Jahr zuvor. Besonders deutlich war der Preisauftrieb bei Häusern am Land.

Eine detailliertere Auswertung zeigt, dass im vergangenen Jahr besonders Wohnungen im ländlichen Raum gefragt waren. Hier legten die Käufe um 20 Prozent zu, erklärte Thomas. In Gemeinden bzw. Städten und Vorstädten mittlerer Größe stiegen die Verkäufe um 13 Prozent. Im dicht besiedelten Raum ging die Transaktionszahl von Wohnungen hingegen um 0,9 Prozent zurück.

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Den größten Anstieg der Häuserpreise verzeichnete im vergangenen Jahr Salzburg mit 13 Prozent, gefolgt von Tirol mit 9,9 Prozent. Bei den Wohnungen hingegen verzeichnete Kärnten mit 11,3 Prozent den größten Preisanstieg, gefolgt von Salzburg (+10,4 %). Tirol lag im Bereich zwischen 6 und 8 Prozent. Bei den Landeshauptstädten stiegen die Preise von Wohnungen am stärksten in Salzburg (+13,6 %). In Innsbruck legten die Preise um 3 Prozent zu.

Die Immobilienpreise in Österreich sind im vergangenen Jahr auch im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark gestiegen. Mit dem Plus von 7,8 Prozent lag Österreich deutlich über dem EU-Schnitt von 4,9 Prozent. Im Vergleich mit den sechs EU-Nachbarländern waren die Häuserpreisindexveränderungen nur in Tschechien (+8,2 %) und der Slowakei (+10,4 %) höher. In Deutschland stiegen die Häuserpreise um 7,1 Prozent. Auch Slowenien, Ungarn und Italien wiesen mit 4,4 Prozent, 4,0 Prozent und 2,0 Prozent relativ moderatere Immobilienpreisanstiege auf. (mas, APA)


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