Tirol will einen regionalen Lockdown verhindern

Das Land reagiert weiter mit lokalen Ausreise-Testverpflichtungen auf das erhöhte Infektionsgeschehen. In Spitälern wurde ein Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen verhängt.

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In den Tiroler Spitälern gilt jetzt bis auf Weiteres ein Besuchsverbot.
© APA/WALTRAUD GRUBITZSCH

Innsbruck, Wien – Seit Freitag liegen alle Bundesländer – jetzt auch wieder Vorarlberg – mit ihrem Infektionsgeschehen über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Nicht nur deshalb schwappt die Debatte über einen Oster-Lockdown wie in den östlichen Bundesländern auf Westösterreich über. Die Ampelkommission hat dies ebenfalls empfohlen.

Tirol hält von neuerlichen regionalen Schließungen nichts und setzt weiter auf regionale Maßnahmen. Damit sei man wie zuletzt in Roppen mit der Ausreise-Testverpflichtung sehr gut gefahren und konnte die Fallzahlen deutlich reduzieren, betont der Leiter des Tiroler Corona-Krisenstabs Elmar Rizzoli.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) argumentiert ähnlich: „Wir haben in den vergangenen Wochen bereits auf die großen Clusterbildungen in den Gemeinden lokal reagiert und konnten durch die verordnete Testverpflichtung für die einzelnen Gemeinden gute Ergebnisse erzielen. Ich glaube, diese Vorgangsweise ist sinnvoll und sollte weiter umgesetzt werden, bevor man über weitere großflächige Schließungen nachdenkt.“ Er appelliert aber vor der Osterwoche an die Bevölkerung, aufeinander Rücksicht zu nehmen. „Aus meiner Sicht müssen wir noch über die nächsten zehn Wochen ,rüberkommen‘ und ich hoffe, dass wir das ohne regionale Einschränkungen schaffen“, ergänzte der Landeshauptmann.

Eine Maßnahme wurde am Freitag allerdings für die Tiroler Spitäler verhängt. Wie schon im Frühjahr 2020 und später im Herbst gibt es wegen des erhöhten Infektionsgeschehens ein generelles Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen. Besuche von Kindern, palliativ betreuten, sterbenden und intensivtherapiepflichtigen Patienten sind erlaubt. Väter dürfen bei der Geburt ihrer Kinder weiterhin dabei sein. „Ein bestmöglicher Schutz der Spitalspatienten muss unser gemeinsames Ziel sein und das Einschleppen des Coronavirus in Krankenanstalten verhindert werden“, sagt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP).

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Am Freitag wurden in Österreich 3895 Neuansteckungen registriert, davon 310 in Tirol. 463 Patienten benötigen intensivmedizinische Betreuung. In Tirol ist die Situation auf den Intensivstationen mit 25 Patienten weiter stabil. (pn)


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