Innsbrucker Grüne gegen Sperre des Marktplatzes

Arbeiter waren gestern damit beschäftigt, den Innsbrucker Marktplatz „frühlingsfit“ zu machen. Auch Sitzmöbel werden aufgestellt.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen ziehen die Menschen ins Freie. Die Stadt Innsbruck hat gestern am Marktplatz mobile Sitzmöbel aufstellen lassen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. „Auch wer keinen Balkon, Garten oder Innenhof hat, soll in Innsbruck den Frühling im Freien genießen können. Deshalb ist es so wichtig, an öffentlichen Orten einladende Sitzgelegenheiten zu schaffen“, erklärt Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne).

Diese Aktion kommt allerdings nicht überall gut an. „Das ist angesichts steigender Corona-Fallzahlen der falsche Zeitpunkt für eine derartige Maßnahme. Dadurch werden junge Leute zu weiteren Treffen am Marktplatz motiviert“, sagt etwa FPÖ-Vizebürgermeister Markus Lassenberger. Sollte es dort wiederholt zu Menschenansammlungen kommen, dürfe eine Platzsperre – wie im vergangenen Jahr – kein Tabu sein. Die ÖVP fordert die Grünen auf, dem „Highlife“ beim Sonnendeck und am Marktplatz ein Ende zu setzen. Auch die Fraktion „Für Innsbruck“ pocht auf ein „entschlossenes Handeln des Bürgermeisters hinsichtlich Aufenthaltsbeschränkungen an den problematischen Bereichen“, wie es in einer Aussendung hieß.

Die Grünen stellten am Dienstag aber klar, dass eine Schließung des Marktplatzes bzw. des Sonnendecks nicht in Frage kommt. „Es gibt wenig Absurderes, als jetzt, da die Menschen nach einem Jahr Pandemie und einem harten Winter ins Freie gehen, den öffentlichen Raum sperren zu wollen – und dabei auch noch besonders auf die Jugendlichen loszugehen“, erklärt die grüne Klubobfrau Janine Bex. Sie kritisiert, dass nur politisches Kleingeld auf Kosten einer Altersgruppe gewechselt werde.

Alle Parteien appellieren einmal mehr an die Vernunft der Menschen und bitten eindringlich, die Corona-Regeln einzuhalten – auch im Freien. (dd, TT)

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