Hunderte unterschreiben Petition für bedrohte kurdische Familie

Welle der Solidarität für Tonsun und Meryem Kaya mit ihren beiden Söhnen Yilmaz und Yigit.
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Innsbruck, Wien – Die Situation einer von der Abschiebung bedrohten kurdisch-alevitischen Familie hat sich weiter zugespitzt: Der Abschiebestopp wurd­e inzwischen aufgehoben, und nun musste auch noch der ältere Sohn der Familie Kay­a, der 20-jährige Yilmaz, nach rund einer Woche Hungerstreik ins Krankenhaus gebracht werden, berichtet Elfi Hofstädter vom Flüchtlingsheim-Freundeskreis Sistrans/Aldrans/Lans (SisAl). Der Verein setzt sich für die vierköpfige Familie ein, die vor fünf Jahren fluchtartig die Türkei verlassen musste und nach Österreich gekommen war. Ihr gesamtes ganzes Hab und Gut ließen sie zurück.

In ihrer Heimat mussten die Eltern, die der Oppositionspartei HDP nahestehen, um ihre Freiheit und Sicherheit bangen. Viele HDP-Mitglieder waren in den vergangenen Jahren bereits inhaftiert worden, die Gangart der Erdogan-Regierung gegen die Partei wurde inzwischen weiter massiv verschärft.

Wie berichtet, hat sich eine breite Solidaritätswelle für die gut integrierte Familie gebildet, der Freundeskreis hat inzwischen auch eine Petition verfasst und sammelt Unterschriften (go.tt.com/petition), damit Tosun Kaya, seine Frau Meryem, Yilmaz und sein 13-jähriger Bruder Yigit in Österreich bleiben können. „Die Kayas haben alles richtig gemacht, sie fallen Österreich in keinster Weise zur Last, haben Verwandte und Freunde im Land, sind arbeits- und integrationswillig, und nun sollen sie abgeschoben werden?“ heißt es dort. Hunderte unterstützen das Anliegen bereits, die Unterschriftensammlung läuft noch.

„Die Gefahr für die Familie ist bekannt“, sagt Hofstädter: Nach einer Abschiebung könnten die Eltern vom Flughafen direkt ins Gefängnis gebracht werden. Was den Vater betrifft, gibt es bereits einen Haftbefehl. (ms)


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