DB-Vorstand Seiler: „Corona hat die Arbeitswelt über Nacht stark verändert“

Martin Seiler, Vorstand bei der Deutschen Bahn, gewinnt den Veränderungen in der Berufswelt durch die Pandemie auch Positives ab, sagt er MCI-Rektor Andreas Altmann.

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Der Umstieg auf digitale Medien stellt die Berufswelt vor große Herausforderungen. Darüber diskutierte­n MCI-Rektor Altmann und DB-Vorstand Seiler online.
© MCI

Innsbruck – Die Corona-­Krise habe letztes Jahr die Arbeitswelt über Nacht stark verändert, sagt Martin Seiler, Vorstand bei der Deutschen Bahn, im Gespräch mit MCI-Rektor Andreas Altmann. „Coron­a hat unter schwierigen Bedingungen als Brandbeschleuniger gewirkt, was Kompetenzen und Qualifikationen angeht“, ist Martin Seiler überzeugt. Durch die Pandemie arbeiteten zahl­reiche Personen von einem Tag auf den anderen im Home-Office, was in Sitzungen persönlich besprochen wurde, verlagert sich in Online-Konferenzen oder wurde in Telefonaten geklärt.

Für Seiler ist diese plötzliche Veränderung auch positiv. „Wir wissen, dass wir jetzt beides können – digital und persönlich“, betont Seiler. Dabei sieht Seiler in der digitalisierten Arbeitswelt auch klare Vorteile. Führungskräfte können sich schneller miteinander in Verbindung setzen. Bei Anmeldungen zu Team-Talks oder ähnlichem erreicht Seiler innerhalb kürzester Zeit bis zu 1000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Seiler fehlt aber trotzdem auch der persönliche Kontakt. Für Führungskräfte bedeute dies, dass sie lernen müssen, damit umzugehen, wenn ihr Team nicht unmittelbar vor Ort ist, und wie sie dessen Performance messen könnten. Die Ansprüche an Führungskräfte hätten sich aber schon vor Coron­a verändert.

Seiler erklärt: „Letztes Jahr haben wir innerhalb von 14 Tagen den Rekrutierungsprozess digitalisiert. 6000 Bewerbungsgespräche werden pro Monat digital geführt.“ Künstliche Intelligenz (KI) spiele in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Im Personalmarketing werden ausgeschriebene Stellenprofile und Bewerbungen mithilfe von KI überprüft. Danach kämen jedoch Menschen ins Spiel. Doch nicht nur neue Mitarbeiter seien wichtig, es sei ihm auch wichtig, Angestellte langfristig im Unternehmen zu halten. Besonders wichtig dafür seien die Rahmenbedingungen, um Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

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Seiler definiert einen guten Führungsstil über die Eigenschaften, Verantwortung übernehmen zu wollen und dies gerne zu tun, sowie über Geradlinigkeit, unternehmerischen Geist und Zuverlässigkeit. Seine eigene berufliche Laufbahn begann Seiler 1980 bei der Deutschen Post in Baden-Baden. Nach Stationen u. a. bei der Deutschen Postgewerkschaft, wo er u. a. Mitglied des „Social Dialogu­e“ der Europäischen Kommission war, bzw. ver.di übernahm Seiler ab 2003 verschiedene Management-Funktionen bei der Deutschen Post in Bonn. Unter anderem verantwortete er als HR Geschäftsführer bei DHL und auch bei der Deutschen Telekom. (TT)


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