Kein Trubel, aber frische Luft: Corona-Ostern 2021 in Rom

Der Vatikan und die italienische Hauptstadt erleben die zweiten Ostern mit starken Einschränkungen. Für die Römer gibt es auch gute Seiten.

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Karfreitagsprogramm im Zeichen der Pandemie: Papst Franziskus besuchte das Impfzentrum in der Audienzhalle des Vatikan.
© AFP/Vatican Media

Rom – Die traditionelle Fußwaschung am Gründonnerstag entfiel wegen der Corona-Pandemie. Gestern besuchte Papst Franziskus aber das Corona-Impfzentrum des Vatikan in der päpstlichen Audienzhalle. Der Vatikan hat angekündigt, 1200 Obdachlose und Bedürftige gegen das Virus impfen zu wollen.

Der Vatikan und Rom stehen auch zum heurigen Osterfest im Bann der Pandemie. Auf bekannte Bilder der Feiertage müssen Pilger und Gläubige aus aller Welt verzichten. Der Kreuzweg im eindrucksvoll beleuchteten nächtlichen Kolosseum? Hoffentlich wieder im Jahr 2022. Der volle Petersplatz, auf dem Tausende Menschen am Ostersonntag den Segen „Urbi et orbi“ empfangen? Franziskus wird die Messe statt auf dem belebten Platz im vorderen Teil des Petersdoms feiern.

Auch zur gestrigen Karfreitagsliturgie waren nur wenige Menschen zugelassen. Die Feier fand auf dem Petersplatz statt. Kinder und Jugendliche aus römischen Pflegeheimen verfassten die Texte.

Die Beschränkungen wegen der Pandemie, das Fehlen der Touristen und Pilger machen sich in ganz Rom bemerkbar. Der chaotische Verkehr und die bunten Touristenmassen, die sich durch die Innenstadt wälzten, sind vergessen. Eine beinahe feiertägliche Stille liegt über der Hauptstadt, berichten Bewohner.

Dafür ist die Innenstadt noch attraktiver als sonst. Der Trevi-Brunnen, sonst von Menschenmassen belagert, erstrahlt in all seiner barocken Schönheit. Lediglich ein paar Polizisten sorgen dafür, dass sich niemand dem Becken nähert. Die Spanische Treppe, vor der Pandemie von lärmenden Touristen in Beschlag genommen, zeigt sich gespenstisch leer. Wenige Fußgänger eilen vorbei.

Italien wird bis Ende April zur Roten Zone mit strengen Restriktionen und Teil-Lockdown. Sollten die Infektionszahlen stark zurückgehen, könnte der Ministerrat eine Lockerung der Restriktionen beschließen.

Die Hoteliers – nicht nur in der Hauptstadt – sind sauer. Ihnen entgeht das lukrative Ostergeschäft. Stattdessen müssen sie zusehen, wie ihre Landsleute ins Ausland reisen. „Ich kann zwar nicht meine Gemeinde verlassen, kann aber auf die Kanaren fliegen“, klagte Bernabò Bocca, Präsident des Hotelierverbands Federalberghi, im Corriere della Sera.

Da ist es nur ein kleiner Trost, was Römer ebenfalls beobachten: Weniger Verkehr heißt auch weniger Luftverschmutzung. Sie können auch im Zentrum frei durchatmen. (TT, dpa, APA)


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