Entgeltliche Einschaltung
Plus

Analyse zu Wörgler Erlebnisbad Wave: Bevölkerung und Politik gingen baden

  • Artikel
  • Diskussion (3)
Jasmine Hrdina

Analyse

Von Jasmine Hrdina

Die Demokratie hat beim Wörgler Erlebnisbad Wave endgültig einen Wasserschaden. Die Bevölkerung sollte am Sonntag in der Volksbefragung darüber abstimmen, ob sich eine Sanierung des 20 Jahre alten Stadtbades lohnt. Eine Frage, die der Gemeinderat nicht selbst beantworten wollte bzw. konnte und deshalb einfach weiterdelegiert hat. Andererseits lässt sich das Wave weder mit der lokalen Brille finanzieren noch sanieren. Also entschieden (politische) Nichtschwimmer, wie sie an den rettenden Beckenrand gelangen.

Entgeltliche Einschaltung

Das Wave ist nämlich eine regionale Infrastruktur, das für den Schulunterricht bis zum Spitzensport von großer Bedeutung ist. Wörgl kann den Betrieb aber nicht alleine stemmen. Das ist Befürwortern wie Gegnern klar. Doch das tirolweit praktizierte Kirchturmdenken verhinderte Lösungen über Gemeindegrenzen hinweg, bis heute wartete man auf Gespräche. Also gab man die Verantwortung an die 10.000 wahlberechtigten Wörgler ab. Und die sollen nun „schuld sein“, dass das Wave geschlossen werden dürfte.

Ja, geschimpft wird seit Monaten, aber „nur“ ein Viertel (27,11 %) der Wahlberechtigten nutzte letztlich seine Chance auf direkte Mitbestimmung. Damit gingen schon vor der Auszählung Bevölkerung und Politik baden. Das Ergebnis ist und bleibt damit Nebensache. Die Gründe für das Desinteresse mögen vielfältig sein, vielleicht wird die Bedeutung des Wave einfach überschätzt. Das war bei vielen Autobahnblockaden ebenfalls der Fall. Oft gab es viel Lärm um nichts. Möglicherweise war die Bevölkerung mit der Frage ebenso überfordert wie ihre gewählte politische Vertretung.

Der von BM Hedi Wechner geforderten, aber utopischen 70-Prozent-Hürde für die Wahlbeteiligung ging von vornherein die Luft aus. Mit einem Motivationskiller „verkraulte“ sie endgültig die Wähler. Und das (Sport-)Land Tirol? Zaghaft wie immer. Da konnten noch so viele prominente Spitzensportler zum Kreuzerl-Machen aufrufen: Die Politik plantschte lediglich – da überrascht die Demokratiemüdigkeit der Wörgler nicht.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung