Die WSG Tirol macht Lust auf (noch) mehr

Mit dem 2:0-Heimsieg gegen den LASK ist der WSG Tirol am Ostersonntag ein Traumstart in die Bundesliga-Meistergruppe geglückt. „Wir haben Blut geleckt“, sagt Trainer Thomas Silberberger.

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Die WSG Tirol surft auch in der Meistergruppe auf der Erfolgswelle – am kommenden Sonntag gastiert man in Graz.
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Von Tobias Waidhofer

Wattens — Was für ein furioser Auftakt! Mit dem 2:0-Sieg über den LASK hat die WSG Tirol gleich zum Start der Meistergruppe ein Ausrufezeichen gesetzt. Väter des Sieges gab es einige:

Das slowenische Duo: „Wir sind eine geile Truppe", schwärmte einer, der schon Teil vieler Mannschaften war: Zlatko Dedic avancierte mit seinem Treffer zum 1:0 nach feinem Naschberger-Assist zum Wegbereiter des Sieges, bevor er seinem Landsmann und „kleinen Bruder" Zan Rogelj auch noch das 2:0 auflegte. Insgesamt 17 Bundesliga-Tore hat der 36-Jährige nun für die WSG erzielt. Und es sollen noch einige weitere folgen: „Wir müssen hungrig bleiben."

Der Fels in der Brandung: In den ersten 25 Minuten wackelte auch Raffael Behounek. Zu intensiv, zu aggressiv, einfach zu gut war der LASK in dieser Phase. „Da war es schwierig", wusste auch Trainer Thomas Silberberger, dass man bei einem Sieg gegen ein Spitzenteam wie die Linzer eines sind auch „ein bisschen Glück" benötige. Genau das hatte die WSG, als ÖFB-Teamspieler Philipp Wiesinger kurz vor der Halbzeit einen Elfmeter neben das Tor drosch.

Im zweiten Durchgang („Wir haben dann eine Traum-Halbzeit gespielt") war die WSG aber die bessere Mannschaft und verdiente sich den Sieg mit tollem Umschaltfußball — Tobi Anselm und Flo Rieder trafen zusätzlich zu den Toren jeweils Edelmetall — und einer bombensicheren Defensive. Womit wir wieder bei Raffael Behounek angekommen wären. „Ich kann mich an keinen Ball erinnern, den er in der zweiten Halbzeit unkontrolliert weggeschossen hat", meinte Silberberger. Und das ist für einen Abwehrspieler gegen die Linzer „Pressing-Monster" wohl das größte Lob.

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Die Zentrale: Beim Blick auf die Aufstellung ging vor dem Anpfiff auch die ein oder andere Augenbraue nach oben. Wie sollte das gegen den LASK ohne den ballsicheren Routinier Thanos Petsos (fehlte mit Achillessehnenproblemen) bloß klappen? Die bärenstarke Antwort gaben ein 21-jähriger Tiroler und ein 21-jähriger Oberösterreicher: Johannes Naschberger und Nemanja Celic (siehe Kommentar rechts) räumten nicht nur ab, sondern rissen das Spiel teilweise an sich. „Der Naschi (Naschberger, Anm.) hat endlich seine Trainingsleistungen auf den Platz gebracht. Sein erster Kontakt in die Tiefe ist außergewöhnlich", schwärmt Silberberger. Genau so ein schneller Ballkontakt legte dann auch den Grundstein für den Führungstreffer. „In der zweiten Halbzeit haben wir die ersten 15 bis 20 Minuten überragend gespielt und verdient gewonnen", wollte Naschberger nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellen.

Dass die WSG in der Schlussphase dem dritten Tor näher als der LASK dem Anschlusstreffer war, sei für Silberberger der Beweis dafür, dass nun „nur noch positiver Druck" herrsche. Am (intern formulierten) Saisonziel habe der Sieg nichts geändert, aber: „Wir haben Blut geleckt." LASK-Trainer Dominik Thalhammer blieb indes nach dem dritten sieglosen Spiel gegen Silberberger nur das Hadern. „Hoffentlich bleibt's so. Wir spielen ja noch einmal gegen sie" grinste sein Gegenüber. Kommenden Sonntag geht es gegen Sturm Graz. Und deren Trainer Christian Ilzer weiß noch aus seiner Austria-Zeit, wie es ist, immer wieder gegen die WSG zu verlieren.


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