Olympia-Tests für Tokio droht eine Absagenflut

Dem Fackellauf droht das Aus, Segler und Wasserspringer müssen sich schon um mögliche Alternativen Gedanken machen.

Der traditionelle olympische Fackellauf soll tunlichst ohne Zuschauer stattfinden. In Osaka könnte das Vorhaben scheitern.
© AFP

Innsbruck – Japans Olympia-Organisatoren tun alles, um das Thema Corona zu umschiffen, im Notfall mit notwendigen Absagen von Test­events. Ein drohendes Verbot des olympischen Fackellaufs in der Großstadt Osaka soll indes verhindert werden. „Wir sind momentan mit den lokalen Behörden im Gespräch, wie und in welcher Weise wir den Fackellauf dort veranstalten können“, sagte Seiko Hashimoto, Präsidentin des Organisationskomitees der Sommerspiele. „Dinge können sich schnell ändern. Wir müssen flexibel sein und Veranstaltungen, die anstehen, entsprechend ändern.“

Die Vorbereitung der bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizierten Segel-Teams wird wegen der Corona-Pandemie allerdings durcheinandergewirbelt. Alle Olympia-Teilnehmer dürfen erst am 14. Juli ins Olympia-Revier in Enoshima reisen, also nur neun Tage vor Eröffnung der Spiele. Ob es davor Trainingsmöglichkeiten in Japan geben wird, ist noch offen. Definitiv fällt das ab Anfang Mai von Österreichs Verband (OeSV) in Enoshima vorgesehene Trainingslager flach.

Zudem ist eine ab 8. Juni im Olympia-Revier angesetzt gewesene Vorbereitungsregatta verschoben worden. „Das ist natürlich nicht optimal. Aber wir müssen aus dieser Situation das Beste machen und maximal flexibel bleiben“, wurde OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid in einer Aussendung zitiert. Von der Suez-Kanal-Blockade waren auch die Anfang März nach Japan verschifften OeSV-Olympia-Container betroffen, aufgrund der erforderlichen Camp-Absage sei die Lage laut Schmid aber nicht dramatisch.

Bei der Auswahl der europäischen OeSV-Trainingsdestinationen wurden solche mit ähnlichen Dünungswellen und Windstärken wie in Japan gewählt. Zu diesem Zweck waren die in den vergangenen Jahren in Enoshima erhobenen Messdaten mit dem meteorologischen Team genau analysiert worden. Nun heißt es reagieren, der Terfener David Hussl segelt mit Steuermann Benjamin Bildstein (49er) nun vor Lanzarote.

Der Schwimm-Weltverband FINA hat den als letzte Olympia-Qualifikation für die Wasserspringer vorgesehenen Weltcup in Tokio ebenfalls abgesagt. Ein wesentlicher Grund für die Absage ist laut einem Dokument der FINA ein nur unzureichender Plan der Organisatoren zum Schutz vor dem Coronavirus. „Die Testevents sind sehr wichtig für das Organisationskomitee“, sagte OK-Präsidentin Seiko Hashimoto. „Aber auch die Beachtung der Sicherheit und der Corona-Maßnahmen sowie Grenzkontrollen, um das Hereintragen des Coronavirus nach Japan zu verhindern, sind wichtig.“

In der japanischen Hauptstadt sollten die letzten Quotenplätze für Olympia in diesem Sommer vergeben werden. (TT, dpa, APA)


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