Zwei Regierungssoldaten in der Ostukraine getötet

In der Ostukraine sind trotz geltender Waffenruhe zwischen Militär und prorussischen Separatisten erneut zwei Regierungssoldaten getötet worden. Ein Soldat ist nach Armeeangaben in der Nacht zum Dienstag bei der Stadt Awdijiwka wenige Kilometer nördlich der Rebellenhochburg Donezk erschossen worden. Zu dem zweiten Toten gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Angaben der Armee ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Seit Wochen kommt es immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen im Osten des Landes. Angesichts von Berichten über Truppenaufmärsche wächst international die Sorge, dass der seit sieben Jahren andauernde Konflikte nun eskalieren könnte. Die NATO kritisierte, dass die „destabilisierenden Maßnahmen vonseiten Russlands“ alle Bemühungen unterminierten, die Spannungen im Rahmen des von der OSZE vermittelten Waffenstillstandsabkommens vom Juli 2020 „zu deeskalieren“, sagte ein NATO-Sprecher der „Welt“. Das Bündnis werde „weiter die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine unterstützen“.

Bereits am vergangenen Donnerstag hätten sich die NATO-Bündnispartner im Format des Nordatlantikrates zu einem Meinungsaustausch über das aktuelle Sicherheitsumfeld am Schwarzen Meer getroffen, sagte der Sprecher. „Die Alliierten teilen ihre Sorge über Russlands groß angelegte militärische Aktivitäten in der Ukraine und rund um die Ukraine“, betonte er.

Auch die EU äußerte sich besorgt, über „militärische Aktivitäten“ Russlands rund um die Ukraine. Russland warnte vor weiteren Spannungen. Seit etwa sieben Jahren werden Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von durch Russland unterstützte Rebellen kontrolliert. Infolge der Kämpfe mit Regierungstruppen sind UN-Schätzungen zufolge mehr als 13. 000 Menschen getötet worden.

Allein seit Jahresbeginn starben auf Regierungsseite mindestens 24 Soldaten. Über 50 wurden nach Angaben aus der Hauptstadt Kiew verletzt. Die Separatisten sprachen in ihrem Gebiet von rund 23 getöteten Menschen. Ein 2015 vereinbarter Friedensplan liegt auf Eis.


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