Trinkwasser-Versorgung für Kufstein: Kaisertal erhält neue Spielregeln

Ein Leitbild soll die Nutzung im Naturschutzgebiet weiter regeln. Für die Stadt Kufstein steht dabei auch die Versorgung mit Trinkwasser auf dem Spiel.

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Im Vordergrund steht der Schutz der Wasserversorgung für Kufstein.
© Osterauer

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Eigentlich hätte bei der jüngsten Kufsteiner Gemeinderatssitzung das Leitbild für das Kaisertal beschlossen werden sollen. „Aber es war uns noch zu wenig konkret formuliert“, erklärt Bürgermeister Martin Krumschnabel, warum der Punkt abgesetzt wurde. Daher ging es noch einmal zur Überarbeitung an die Firma Revital Integrative Naturraumplanung GmbH zurück. Diese hatte sich im Auftrag der Stadtwerke mit dem Thema auseinandergesetzt, eigentlich für die Forstbetriebsentwicklung. Aber laut Krumschnabel wird das Leitbild künftig entscheidend für den Umgang mit dem Naturschutzgebiet sein.

Auch VP-Vizebürgermeister Hannes Rauch erwartet sich mehr einen „Leitfaden mit konkreten Maßnahmen als ein Leitbild“. Wie die Expertise letztlich auch benannt wird, eines ist sicher, es steht die Frage der Trinkwassersicherung an erster Stelle. Immerhin ist die Hofinger Quelle für die Versorgung der Stadt mit dem kostbaren Nass wesentlich. Darüber hinaus strebt Kufstein die nachhaltige Waldbewirtschaftung an, als große Klammer darüber steht der Naturschutz. So müssen in Hinkunft alle Projekte an diesen Parametern gemessen werden.

Laut dem Bürgermeister ist ein Ziel, den Wald im Kaisertal klimafit zu machen. Daher werde ein sukzessiver Wechsel in den Baumarten stattfinden. Eine kompletter Verzicht auf die Nutzung, wie bereits diskutiert, dürfte damit bis zur Bestandsumstellung für Jahrzehnte unmöglich sein.

Das Kaisertal steht auch im Spannungsfeld Naturschutz und Naherholung. Bis zu 100.000 Wanderer und Bergsteiger sind jährlich dort unterwegs. Auch deren Bedürfnisse müssen beachtet werden. Ein Punkt sind für BM Krumschnabel dabei die Ausnahmegenehmigungen für Pkw-Fahrten im Tal. Laut Gemeinde Ebbs als Wegbesitzer gibt es jedoch nur an die 40 Dauergenehmigungen für Bewohner, Gastronomen und Wirtschaftstreibende. „Es sollten sich aber alle fragen, ob die Fahrten immer notwendig sind“, spricht der Stadtchef auch die Jäger an.

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