EL-Schlager Ajax gegen Roma: Ein Hauch von Champions League

Am 20. Februar 2014 hat Ajax Amsterdam zuletzt ein Europa-League-Heimspiel verloren. Seit dieser denkwürdigen Partie gegen Red Bull Salzburg sind die Niederländer 15 Bewerbspiele in Folge im eigenen Stadion ungeschlagen - und wollen dies auch im Hinspiel-Schlager des Europa-League-Viertelfinales gegen AS Roma am Donnerstag (21.00 Uhr/live Puls 4) bleiben.

Der designierte niederländische Meister weiß nicht mehr, wie sich verlieren anfühlt. Die letzte Pflichtspiel-Niederlage gab es Mitte Dezember, seit 24 Spielen ist der EL-Finalist von 2017 ungeschlagen. Nur zweimal, in der CL-Gruppenphase 2002/03, sind sich die beiden Teams gegenübergestanden. Damals schoss Zlatan Ibrahimovic noch Tore für Ajax. Den 2:1-Heimsieg ebnete der Schwede mit dem 1:0, in Rom gab es ein 1:1.

„Ajax gegen AS Roma ist für mich ein Duell, das nach Champions League riecht“, erklärte Ajax-Coach Erik ten Hag nach der Auslosung, der ein klarer Aufstieg seines Teams gegen die Young Boys aus Bern (5:0) vorausgegangen war. Zuvor hatten Dusan Tadic und Co. den französischen Tabellenführer Lille (4:2) aus dem Bewerb gekickt. Ajax stellt eine traditionell talentierte, jedoch nicht so herausragende Truppe wie noch 2019. Und geht auf den elften Heimsieg im Europacup in Folge los.

Die Roma ist die letzte italienische Bastion. Bis auf den Hauptstadtclub haben sich schon im März alle italienischen Vertreter aus dem Europacup verabschiedet. National mühte sich die Roma zuletzt, hat drei Pflichtspiele nicht gewonnen, aber auf der europäischen Bühne lief es bisher prächtig. Braga und Schachtar Donezk wurden jeweils 5:1 aus dem Bewerb geschossen, mit Borja Mayoral stellt die Roma den torgefährlichsten Stürmer (7) im laufenden Bewerb.

Der Aufsteiger würde im Halbfinale auf den Sieger zwischen Granada und Manchester United (2017 EL-Sieger durch ein 2:0 gegen Ajax) treffen. Hier sind die Rollen klarer verteilt. Die Spanier kickten vor zwei Jahren noch in der zweiten Liga und liegen in der Meisterschaft als Neunter nur im Mittelfeld. Doch Ole Gunnar Solskjaer, der Trainer des englischen Tabellenzweiten, warnte - wohl mit einem Augenzwickern: „Sie haben Molde geschlagen. Also müssen sie sehr stark sein.“ Solskjaer hat Molde von 2011 bis 2013 betreut.

Gefährlich ist die Ausgangslage auch für Arsenal. Denn alles andere als ein Weiterkommen gegen Slavia Prag wäre eine Sensation. Im Vorfeld wird vor allem ein dreizehneinhalb Jahre zurückliegendes Ereignis aufgewärmt, als die Tschechen bei ihrem bisher letzten Arsenal-Gastspiel in der Champions League 0:7 unter die Räder gekommen waren. Das aktuelle Team zeigte aber mit Siegen gegen die britischen Teams Leicester City und Glasgow Rangers auf. Die Tatsache, dass im laufenden Bewerb kein Team öfter zugelangt hat (165 Fouls), lässt darauf schließen, dass sich Slavia diesmal nicht kampflos ergeben wird.

Dinamo Zagreb steht als Riesentöter im Viertelfinale. Nach dem Coup gegen Tottenham empfangen die Kroaten mit dem spanischen Club Villarreal den Salzburg-Bezwinger mit Europa-League-Spezialist Unai Emery (drei Titel mit Sevilla) auf der Trainerbank.


Kommentieren


Schlagworte