Anstalt und 15 Monate Haft für Osttiroler Waffensammler

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Bei einem Lienzer fand sich ein Waffenarsenal. (Symbolbild)
© Polizei

Im Juli war in Osttirol ein Schuss auf ein Einfamilienhaus abgegeben worden. Er kam vom gegenüberliegenden Nachbarhaus und brachte letztlich ein regelrechtes Waffenarsenal bestehend aus Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Kriegsmaterial zutage. Abgegeben hatte ihn der 30-jährige Nachbar im Alkohol- und Drogenrausch mit einer Maschinenpistole. Die Waffen hatte er sich vor allem aus Angst vor einem Bürgerkrieg zugelegt.

Auch gestern am Landesgericht hatte der wegen Vergehen nach dem Waffen- und Kriegsmaterialgesetz Angeklagte Angst. Sie bezog sich diesmal auf die Waffenhändler, von denen er sein Arsenal bezogen hatte: „Ich verweigere zu diesen die Aussage. Das Leben meiner Familie und meine Gesundheit geht vor“, erklärte der 30-Jährige im Prozess. Und weiter, dass er ja eigentlich Söldner in Somalia werden wollte, um dort Schiffe vor Piraten zu schützen. Dazu hatte er schon einen Kalaschnikow-Schießkurs in der Slowakei besucht. Derb ging der Mann darüber hinaus leider auch mit seiner Freundin um. Dies alles führte als Zusatzstrafe (15 Monate) zu insgesamt zwei Jahren Haft – sechs Monate bedingt. Dazu kommt eine Anstaltseinweisung aufgrund einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Sie löste einen ­Verfolgungswahn aus.

Opferstock-Diebe verurteilt

Auf den Inhalt von Opferstöcken hatten es zwei Rumänen abgesehen. Videoaufnahmen überführten sie. Dort waren beide beim Ausleuchten der Behälter per Taschenlampe zu sehen. Trotzdem erklärte der Erstangeklagte gestern im Prozess, dass er die große Pinzette nur zum Auszupfen seiner Nasenhaare benötigt habe. Auf Knien flehte er vor der Urteilsverkündung um Milde. Für je 1200 Euro Beute ergingen jeweils 12 Monate Haft. Darauf begann nun der Zweitangeklagte zu weinen.

Ein Jahr Haft wegen Kinderpornografie-Downloads

Trotz erfolgter Verurteilung wegen Besitzes pornografischer Darstellungen Minderjähriger fing ein eingeschränkt Zurechnungsfähiger wieder mit dem Herunterladen von rund 1000 solcher Bilder an. Diesmal erging dafür ein Jahr Haft. Der Richter: „Sie sind naiv, wussten aber genau, dass es verboten ist!“ (fell)

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