Zeitzeugen erzählen in Video-Interviews über das alte Ischgl

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Zeitzeugin Anna Sonderegger gab ihre Erinnerungen weiter.
© @westproductions

Ischgl – „Die erlebte Geschichte soll nicht in Vergessenheit geraten.“ Unter diesem Motto hat die Gemeinde Ischgl kürzlich das EU-geförderte Zeitzeugenprojekt realisiert. Im Mittelpunkt stehen rund 20 Interviews – befragt wurden Einheimische der älteren Generation.

„Es ist darum gegangen, die vielfältigen Erinnerungen unserer Zeitzeugen aufzuzeichnen und aufzubereiten“, erläuterte Bürgermeister Werner Kurz. „Wer soll Geschichten besser erzählen können als Menschen, die dabei waren?“ – Die Nachwelt erfahre Wissenswertes über bestimmte Ereignisse und Situationen rund um das Dorf. „Leider wird es so sein, dass in einigen Jahren viele Zeitzeugen nicht mehr unter uns sind. Ihre Geschichten würden dann verloren gehen.“

In der Video-Produktion werde auch sichtbar, „dass das Leben im Paznaun früher bescheiden und oft hart gewesen ist“, so der Bürgermeister. „Bisher kamen überaus spannende Erlebnisberichte, lustige Anekdoten, schicksalhafte wie tragische Ereignisse und auch ein Stück Dorfgeschichte zur Sprache“, resümiert Interviewerin Elisabeth Zangerl. „Die Emotionen waren oft groß. Manchmal staunten die anwesenden Verwandten über die Erzählungen der Zeitzeugen.“ Der Bogen der Themen reichte vom Zweiten Weltkrieg über die beschwerliche Berglandwirtschaft bis zur Arbeit in der Kindheit. Die „Zeit der Befreiung“ bzw. das Kriegsende sei bei vielen noch in lebendiger Erinnerung. Die Amis hätten den Kaugummi ins Paznaun gebracht, sagte einer der Zeitzeugen. Oder: „Die ersten Versuche, Bananen und Orangen zu essen, sind kläglich gescheitert. Diese Früchte wurden samt der Schale verspeist“, schmunzelte ein anderer.

Das über das Regionalmanagement regioL geförderte Leader-Projekt (Aktionsfeld kulturelles Erbe) ist mit 16.080 Euro dotiert, der Fördersatz beträgt 50 Prozent. (TT, hwe)


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