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Widmungssünden: Innsbruck als Netzwerk der Spekulanten

Airbnb-Vermietungen an Touristen während der Corona-Beschränkungen decken die Widmungssünden in der Landeshauptstadt Innsbruck jetzt schonungslos auf.

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Auch im Pema-2-Turm sind Immobilienspekulanten aktiv geworden. Die ehemalige Stadtführung hat das mit ihrer Widmungspolitik begünstigt.
© Rudy De Moor

Von Peter Nindler

Innsbruck – Für viele Innsbrucker ist das Maß voll. Während sich Jungfamilien die Wohnungen nicht mehr leisten können, Studenten für ein Zimmer in WGs im Durchschnitt 426 Euro bezahlen müssen, hat die Stadtführung in der Vergangenheit Dutzende Wohnbauvorhaben gewidmet, in denen vor allem Anlegerwohnungen errichtet wurden. Andererseits springen viele Immobilienspekulanten derzeit auf den lukrativen Zug der Kurzzeitvermietung über Buchungsplattformen wie Airbnb auf.

Gezielt erwerben sie Wohnungen oder sogar Gebäude mit mehreren Einheiten in Innsbruck und vermieten sie an wechselnde Gäste. Der ohnehin viel diskutiert­e Pema-2-Turm, wo eigentlich „junges Wohnen“ salonfähig gemacht werden sollte, bleibt bei Immobilienspekulanten ebenfalls heiß begehrt. Und gezielt sind Immobilieninvestoren außerdem auf der Suche nach Wohnungen in älteren Anlagen. Wie sie ihr Netzwerk über die ganze Stadt ausbreiten, zeigt der jüngste Fall. Anrainerbeschwerden nach den Oster­feiertagen machten auf den Fall aufmerksam.


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