Wichtige Siege von LASK und Sturm, aber Leichtigkeit fehlt

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Mit Siegen haben sich der LASK und Sturm Graz am Sonntag nach Auftaktniederlagen in der Bundesliga-Meistergruppe quasi im Gleichschritt rehabilitiert. Für Sturm hatte der 3:2-Erfolg gegen Tirol sogar historischen Charakter, war es doch bei der dritten Teilnahme der überhaupt erste Heimsieg im oberen Tableau. Doch ganz souverän wirkten die Grazer wie auch der LASK beim Heim-2:1 gegen den WAC nicht. Eine „gewisse Leichtigkeit“ fehle, meinte Graz-Trainer Christian Ilzer.

Die Steirer erspielten sich in der ersten Hälfte gegen keineswegs schlechte Tiroler ein halbes Dutzend Möglichkeiten, führten zur Pause aber nur 3:1. „Meine Mannschaft hat sich top auf die Muster der WSG eingestellt. Es waren aber Chancen da, wo man die Tore machen muss“, sagte Ilzer im Nachgang. Allein Kelvin Yeboah schoss gegen seinen Ex-Arbeitgeber zweimal an die Latte. Am Ende hätte es nach dem zweiten Gegentreffer - erneut erzielt vom starken Nikolai Baden Frederiksen - noch einmal brenzlig werden können.

„Wir hätten es uns heute viel leichter machen können. Ich freue mich sehr über den Heimsieg. Wir hatten aber, finde ich, Chancen für zwei Spiele“, brachte es Sturm-Präsident Christian Jauk auf den Punkt. „Wir haben uns das Leben ein bisschen schwer gemacht mit unserer Effizienz, aber im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein mit den drei Punkten. Wir müssen ein paar Sachen adaptieren für das Rapid-Spiel“, fand auch Kapitän Stefan Hierländer, der Schütze des sehenswerten 3:1. Der zweifach erfolgreiche Jakob Jantscher hätte sich ebenfalls „ein bisschen mehr Nachdruck“ vor dem Tiroler Gehäuse gewünscht.

Ein klarer Heimsieg würde den „Blackies“ wohl gut tun. Der bisher letzte mit mehr als einem Tor Differenz datiert mit 19. Dezember, damals gab es einen 3:0-Erfolg gegen St. Pölten. Seitdem endeten vier Liga-Heimpartien im Jahr 2021 mit einem 2:1, diesmal hieß es 3:2. „Deswegen fehlt uns auch eine gewisse Leichtigkeit. Wir müssen uns dieses Erfolgserlebnis erarbeiten, das bringt uns weiter, und wir werden uns auch in der Tabelle Schritt für Schritt nach vorne arbeiten“, sagte Ilzer.

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Auch Tabellennachbar LASK - zwei Punkte haben die drittplatzierten Athletiker Vorsprung auf Sturm - muss sich jeden Sieg derzeit hart erarbeiten. „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, anzuschreiben“, gab Coach Dominik Thalhammer nach dem Erfolgserlebnis gegen den angeschlagenen WAC zu. In der Vorwoche hatten die Linzer in Tirol 0:2 verloren. „Es war eine schwierige Situation nach so einer Niederlage gegen WSG Tirol, das macht schon etwas mit der Mannschaft. Das Team hat sich aber heute aufs Wesentliche besonnen, auf die Basics, auf die Dinge, die sie auszeichnen. Wir wissen, dass es noch viel besser gehen kann, aber am Ende sind wir mit dem Sieg zufrieden.“

Der LASK kämpft auch mit Verletzungsproblemen im Angriff. Neben Marko Raguz, der ab Mai wieder mit der Mannschaft trainieren könnte, fehlen Andreas Gruber (Kreuzbandriss) und Mamoudou Karamoko (Adduktoren). Thalhammer hat kaum Alternativen zur Angriffsreihe Thomas Goiginger, Johannes Eggestein, Husein Balic, so muss das Trio Spiel für Spiel abspulen.

Dafür sprang diesmal ein Defensivspezialist in die Bresche. Philipp Wiesinger verwandelte einen Elfmeter zum 2:1-Siegestreffer und überwand damit sein „Elfer-Trauma“ von der Vorwoche, als er bei der Niederlage gegen die WSG vom Punkt gescheitert war. „Ich finde es sehr groß, was er gemacht hat. Jeder hat ihn bestärkt, sich den Ball wieder zu nehmen, obwohl er vor einer Woche verschossen hat. Er hat sehr viel Mut bewiesen“, lobte Thalhammer den Verteidiger.

WAC-Coach Roman Stary ärgerte sich über die Entstehung des Strafstoßes. „Da hat man die Verunsicherung unserer Defensive deutlich spüren und sehen können“, sagte der 47-Jährige. Immerhin sah der Coach im Vergleich zum Heim-1:8 gegen Rapid eine Steigerung. „Auf der einen Seite freut mich unser Auftreten nach der herben Niederlage gegen Rapid, auf der anderen Seite überwiegt die Enttäuschung, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren müssen“, resümierte Stary.

Sein Team ist als einziger Club nach zwei Runden in der Meistergruppe noch ohne Punkte und liegt auf dem sechsten und letzten Platz. Am Sonntag geht es daheim gegen den Fünften WSG Tirol. Der LASK muss zum überlegenen Tabellenführer Red Bull Salzburg, auf Sturm Graz wartet ein Auswärtsmatch gegen Rapid.


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