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Oxford-Professor Mayer-Schönberger im Interview: Neue Regeln für IT-Konzerne

In vielen westlichen Demokratien arbeiten Politiker derzeit daran, die Monopole der Internetriesen zu beschneiden. Was dahintersteckt, erklärt der Experte Viktor Mayer-Schönberger im TT-Interview.

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Mayer-Schönberger.
© van Heesen

Warum soll das Internet eigentlich reguliert werden?

Viktor Mayer-Schönberger: In den Neunziger-Jahren war das Internet ein weltumspannendes und dezentrales Netzwerk. Es gab eine Zeit, da hatte jeder eine Homepage, dann einen Blog, dann war jeder auf Social Media. Immer war damit die Hoffnung verbunden, dass jeder Empfänger auch Sender werden kann. Und bis zu einem gewissen Grad hat das auch funktioniert.

Dann ist die Wirklichkeit in unsere Idealvorstellungen hereingebrochen. Heute gibt es Netzwerkknoten, die mehr Macht und Bedeutung haben als andere. Jede zweite Online-Transaktion passiert auf Amazon. Google verfügt über 85 bis 95 Prozent des Suchmaschinenmarktes. Facebook hat über zwei Milliarden Userinnen und User. Amazon, Facebook und Google verfügen über Informationsmacht.

Und das hat Konsequenzen für die Demokratie und für die Wirtschaft.

Mayer-Schönberger: Diese Internet-Machtmaschinen entscheiden, wo, wie und wann Information fließt und wem sie zugänglich wird. In der politischen Auseinandersetzung – auch in Österreich – werden ihre Algorithmen bewusst genutzt, um Extrempositionen in die Debatte einzubringen. Das hat zu einer immer stärkeren politischen Polarisierung beigetragen.

Die Konzerne haben auf die Kritik schon reagiert – etwa durch den Twitter-Bann gegen Donald Trump. Kann das funktionieren?


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