Felssicherung: Wieder Warteschleife für Lenker auf der Reschenroute aktiviert

Bautrupps rücken zur Felssicherung oberhalb der Straße aus. Die Autofahrer müssen ab nächster Woche Einschränkungen in Kauf nehmen.

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Auf den steilen, felsigen Hängen oberhalb der Reschenstraße zwischen Pfunds und Nauders müssen weiterhin Steinschlagschutznetze verankert werden. Für die Autofahrer bedeutet das Verkehrsbeschränkungen.
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Pfunds, Nauders – Böse Zungen haben das Prädikat „ewige Baustelle“ längst an die Reschenstraße vergeben. Nach dem letzten Felssicherungsprojekt im Herbst 2020 mit einmonatiger Totalsperre für Autofahrer rückt diese Woche abermals ein Bautrupp aus, um eine zweimonatige Baustelle auf dem steinschlaggefährdeten Abschnitt zwischen Pfunds-Kajatansbrücke und Nauders einzurichten.

„Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen in den kommenden Tagen. Wann genau das sein wird, hängt aber vom Wetter ab“, erläuterte Günter Fringer vom Baubezirksamt Imst gestern Dienstag. Auf den schattseitigen Hängen oberhalb der Straße liege teils noch Eis und Schnee.

Dennoch gehe er davon aus, dass die Arbeiten nächste Woche beginnen und bis 15. Juni dauern. Womit sich die Autofahrer in dieser Zeit auf Verkehrsbeschränkungen einstellen müssen. „Eine längere Totalsperre wie voriges Jahr wird es aber nicht mehr geben“, sagte Fringer.

Geplant sind 20- bis 30-minütige Anhaltungen von Montag bis Freitag – jeweils von 8 bis 12 und 13.30 bis 16.30 Uhr. An einzelnen Tagen, wenn Hubschraubertransporte nötig sind, werde die Ampel bis zu 45 Minuten auf Rot gestellt. Auch eine ganztägige Straßensperre bzw. Umleitung über die Engadiner Straße in der Schweiz sei möglich. Die Termine der Transportflüge könnten allerdings erst kurzfristig an die Behörde bekannt gegeben werden. Fix geplant hingegen ist die Sperre zwischen Pfunds und Nauders am Mittwoch, 21. April, von 11 bis 11.45 Uhr wegen des Profi-Radrennens „Tour of the Alps“.

Man habe es mit einer Extrembaustelle in fast senkrechten Hängen zu tun, schilderte Fringer. Er räumte ein, dass die Arbeiten voriges Jahr nicht fertiggestellt werden konnten – wegen widriger Umstände. „Die Geologie war schwieriger als erwartet. Das bescherte uns zusätzlichen Aufwand.“ Abermals müssten Steinschlagschutznetze und Felsanker fixiert werden. „Die erste größere Herausforderung ist demnächst ein 100 Kubikmeter großer Ankerbalken, der betoniert werden muss“, weiß der Projektleiter. Das derzeit eher geringe Verkehrsaufkommen erweise sich als Vorteil für die aufwändige Baustelle. „Dichter Urlauberverkehr würde alles zusammen nochmals schwieriger machen.“

Das aktuelle Schutzprojekt bedeute zwar wieder einen Beitrag für mehr Sicherheit auf der Reschenstraße, aber keinesfalls „endgültige“ Sicherheit. Davon sind die Experten beim Baubezirksamt überzeugt. Und das Motto „Weiterbauen für die Sicherheit“ werde auch in den kommenden Jahren gelten.

Erbaut haben das kühne Straßenstück in einer Felswand hoch über dem Inn der berühmte Carl Ritter von Ghega sowie Josef Duille – von 1850 bis 1856. Bis Ende des Ersten Weltkrieges, bevor es eine Reschengrenze gab, wurde die Verkehrsverbindung als Vinschgauer Reichsstraße bezeichnet. (hwe)


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