Satellitensystem mit Farbe außer Gefecht gesetzt: 52-Jähriger verurteilt

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Im Oktober hatte ein Innsbrucker Hausbewohner wegen verschmähter Liebe einen brandgefährlichen Racheakt verübt. (Symbolfoto)
© Fellner

Die Zusammenarbeit militärischer Nachrichtendienste ist einem Tiroler ein Dorn im Auge. Satellitensysteme, die auch Drohneneinsätze steuern, setzt der 52-Jährige einem Buchtitel gleich: Tod per Knopfdruck. Letzten Oktober schritt der Polit-Aktivist jedoch in Niederösterreich bei einer Satellitenschüssel des Heeresnachrichtenamtes zur Tat und bewarf diese mit zwei Luftballons – gefüllt mit Theaterblut. Schließlich würden die heimischen Satelliten der amerikanische CIA als Abhörstationen dienen.

Der Schaden an den extrem sensiblen Spiegeln blieb nicht aus. Eine Heeresvertreterin bezifferte ihn gestern am Landesgericht beim Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung auf 9500 Euro. Bei Reinigungsversuchen war der Speziallack abgegangen. Dabei musste das Satellitensystem abgeschaltet werden, Tausende Daten seien verloren gegangen. „Sie haben da wesentliche Infrastruktur des Staates beschädigt!“, begründete Richterin Verena Offer nicht rechtskräftige 720 Euro Geldstrafe – 400 davon unbedingt. Dazu muss der Tiroler 9500 Euro an die Republik anweisen.

Brandstiftung in Innsbruck als Racheakt

Eine Brandstiftung als Racheakt endete gestern am Oberlandesgericht (OLG) endgültig mit dreieinhalb Jahren Haft. Ein 40-Jähriger hatte letzten Oktober in der Wohnung eines Innsbrucker Wohnhauses einen Brand gelegt. Nachdem er darauf noch die Wohnungstüre einer Nachbarin verbarrikadiert hatte, war der Mann seelenruhig nach Salzburg gefahren. Die Berufung in Hinblick einer außerordentlichen Strafmilderung wies der OLG-Senat zurück: „Dreieinhalb Jahre sind streng, aber nicht korrekturbedürftig. Schließlich war es ein reiner Zufall, dass hier kein Großbrand ausgebrochen ist.“ (fell)

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