St. Bartlmä: Willi hält an Kulturquartier in Wilten fest

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Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne).
© APA/Groder

Innsbruck – Gute Idee, aber viel zu teuer. So bewerten ÖVP, Für Innsbruck und FPÖ das Entwicklungskonzept für St. Bartlmä im Innsbrucker Stadtteil Wilten. Sie haben deshalb das Projekt „Kulturquartier St. Bartlmä“ gestoppt. Der geforderte Kaufpreis von zehn Millionen Euro für das Areal sei völlig überzogen, die Tiroler Tageszeitung berichtete.

In diesem Punkt stimmt Bürgermeister Georg Willi (Grüne) auch mit der „bürgerlichen Koalition“ überein. Der geforderte Preis sei tatsächlich unrealistisch, räumt auch Willi ein. Das ist für ihn aber kein Grund, die Verhandlungen abzubrechen bzw. das Entwicklungsgebiet aufzugeben. „Dann müssen wir eben in Verhandlungen mit dem Eigentümer treten“, betont Willi.

Der Bürgermeister sieht in dem bereits vorliegenden umfassenden Konzept eine „riesige Chance“ für die Stadt Innsbruck. Demnach soll das Areal mit sieben ehemaligen Fabrikshallen, einer Gießerei und Freiflächen mannigfach bespielt und für die gesamte Bevölkerung geöffnet werden. Vorgesehen wären Gastronomie, Märkte, Freizeit- und Sportangebote, Kunst-, Kultur- sowie Büroräume.

„Ich finde es absolut nicht okay, dass ÖVP, FI und FPÖ da jetzt die Tür zuschlagen und die Idee im Keim ersticken, nur um mir eines auszuwischen“, ärgert sich Willi. Der Bürgermeister möchte deshalb jedenfalls an der Entwicklung des Areals dranbleiben.

Verteidigt hat der Bürgermeister gestern auch die von FI, ÖVP und FPÖ kritisierte neu installierte Moderation der regelmäßig stattfindenden Wirtschaftsgespräche. Die drei Fraktionen halten die Beauftragung einer externen Firma für „unnötig“. 400 Euro pro Sitzung fallen für die Moderation an. Willi sieht die professionelle Moderation aufgrund der „nicht gerade hohen Diskussionkultur“ bei den (online abgehaltenen) Wirtschaftsgesprächen als dringend notwendig. „Dadurch schlagen die Teilnehmer einen etwas mäßigeren Ton an“, erklärt Willi.

Unterstützung erhielt Willi gestern von StR Uschi Schwarzl (Grüne) und StR Elisabeth Mayr (SP). Die Zeit sei „überreif“ für ein Kulturquartier, sagte Schwarzl. Vize-BM Hannes Anzengruber (VP) wies auf die viel zu hohen Kosten hin. „Das wäre ein falsches Zeichen“, was die Kosten für ein Gewerbegrundstück betreffe. (dd)


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