Prinz Philip wird am Samstag im Schloss Windsor beigesetzt

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Der verstorbene Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., Prinz Philip, wird am Samstag im Schloss Windsor westlich von London beigesetzt. Aufgrund der Corona-Einschränkungen findet die Trauerfeier im engsten Familienkreis statt. Aus diesem Grund wird auch Premierminister Boris Johnson nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen.

Zunächst wird der am vergangenen Freitag mit 99 Jahren verstorbene Herzog von Edinburgh in der Privatkapelle des königlichen Schlosses aufgebahrt. Am Samstag wird der Sarg um 14.40 Uhr (15.40 Uhr MESZ) aus der Kapelle gebracht und auf einen umgebauten Land Rover gesetzt. Die Prozession führt anschließend quer durch die Innenhöfe des Schlosses an das andere Ende der Anlage, wo die St.-Georgs-Kapelle liegt. In dem prachtvollen gotischen Gotteshaus findet die Trauerfeier statt. Der Sarg soll um 15.53 Uhr MESZ am Eingang der Kapelle eintreffen. Für 16.00 Uhr MESZ ist einen landesweite Schweigeminute angesetzt.

Da aufgrund der Corona-Beschränkungen nur 30 Gäste an einer Trauerfeier teilnehmen dürfen, ist die Anwesenheit in der St.-Georgs-Kapelle voraussichtlich auf die Mitglieder der Königsfamilie und Philips Privatsekretär Archie Miller-Bakewell beschränkt, wie die Royals auf ihrer Homepage bekannt gaben. Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, soll die Trauerzeremonie leiten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Anwesenheit von Prinz Harry, dem jüngeren Sohn von Kronprinz Charles, der gemeinsam mit seiner derzeit schwangeren Frau Meghan und Söhnchen Archie in den USA lebt. Harry und Meghan, Herzog und Herzogin von Sussex, hatten vor einem Jahr ihre Verpflichtungen als Mitglieder der Königsfamilie zurückgelegt und sich auch öffentlich immer mehr von den anderen Royals distanziert. In einem Anfang März ausgestrahlten Interview mit der US-Talkshow-Queen Oprah Winfrey äußerten sie sogar den Vorwurf von Rassismus gegen Meghan, die afroamerikanische Wurzeln hat. Medien spekulieren nun, dass der Tod des Großvaters Harry eine Möglichkeit geben könnte, sich mit seinem Vater Charles und seinem älteren Bruder William auszusöhnen.

Im Anschluss an die Feier wird der Leichnam des Prinzen in der königlichen Gruft beigesetzt. Nach Medienberichten soll dies jedoch nicht der endgültige Begräbnisort von Prinz Philip bleiben. Sobald seine Gemahlin, Königin Elizabeth, ebenfalls verstorben ist, sollen beide gemeinsam in einem 1969 errichteten Zubau der St.-Georgs-Kapelle bestattet werden, wo bereits Elizabeths Eltern George VI. und die als „Queen Mum“ bekannte Königinmutter Elizabeth sowie Prinzessin Margaret, die Schwester der Queen, liegen.

Der Bürgermeister von Windsor hatte die Öffentlichkeit zuletzt gebeten, während der Trauerfeierlichkeiten den Schlossanlagen fernzubleiben. „Wir müssen jeden bitten, die eigene Gesundheit und Sicherheit und die von anderen ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen und nicht nach Windsor zu kommen“, sagte John Story der Nachrichtenagentur PA laut dpa. Er wies zudem darauf hin, dass die gesamte Zeremonie hinter den Schlossmauern stattfinden und daher von außen gar nicht sichtbar sein werde. Auch die Königsfamilie rief die trauernden Menschen auf, die Feierlichkeiten im Fernsehen zu verfolgen.

In Großbritannien gilt seit Prinz Philips Todestag, dem 9. April, bis zu seinem Begräbnistag am 17. April Staatstrauer. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden sind auf halbmast gesetzt.

Die 94-jährige Queen nahm am gestrigen Dienstag erstmals seit dem Tod ihres Gemahls an einem öffentlichen Termin teil. Sie verabschiedete laut dpa den leitenden Beamten des Hofes, den sogenannten Lord Chamberlain, in den Ruhestand. Zuletzt hatte William Peel das Amt inne - er ging am 1. April in Pension. Sein Nachfolger ist Andrew Parker, Baron von Minsmere, zuvor Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5.


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