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Hilfe für Krebspatienten seit 25 Jahren: „Man sieht mich nicht weinen“

Anni Kratzer hat vor 25 Jahren die Leukämie- und Kinderkrebshilfe Osttirol gegründet. Auch selbst erkrankt, kämpft die 82-jährige Vereinsobfrau täglich für das Leben anderer.

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Mehr als 1000 Freiwillige stellten sich im Jahr 2017 in Lienz für eine Knochenmark-Typisierung an.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Amlach – Einmal in der Woche muss Anni Kratzer für eine halbe Stunde in das Lienzer Krankenhaus. „Ohne regelmäßige Lymphdrainage wäre ich schon lange nicht mehr da, und das möchte ich nicht“, lächelt die 82-jährige Obfrau der Leukämie- und Kinderkrebshilfe Osttirol. In diesen Sitzungen wird Wasser aus ihrem Herzen und ihrer Lunge entfernt. „Danach fühle ich mich fünf Kilo leichter.“ Vor acht Jahren erhielt Kratzer die Diagnose Brustkrebs. Es folgten beidseitig Operationen und im Anschluss Chemotherapien: Allein 75-mal musste die Patientin zur Behandlung nach Klagenfurt gefahren werden. Dabei hat sie nie den Mut verloren: „Es geht mir gut. Was soll ich klagen? Andere haben größere Lasten zu tragen.“

Anni Kratzer hat sich über die Grenzen des Bezirkes Lienz hinaus einen Namen gemacht. Hunderte Krebspatienten, kleine Kinder genauso wie alte Menschen hat sie nach deren Diagnose inzwischen begleitet. „Es gibt immer Hoffnung“, ist die gute Seele überzeugt. „Die Betroffenen und ihre Familien brauchen in dieser Zeit jede Unterstützung, die man ihnen nur geben kann. Gott sei Dank kann ich dabei helfen.“ Anni Kratzer kennt die Verzweiflung, wenn Angehörige schwerkrank sind, selbst nur zu gut.


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