Tiroler WK-Chef Walser: „Lehrlinge haben heute alle Chancen“

Als Corona-Folge fehlen Tirols Wirtschaft mehr Lehrlinge. Es gebe gute Bezahlung und Karrierechancen.

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Christoph Walser (Tirols WK-Präsident): „Lehrlinge bekommen eine sehr gute Ausbildung und haben danach praktisch immer eine Jobgarantie.“
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – In vielen Bereichen gibt es stark gestiegen­e Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen, die Nachfrage nach Facharbeitern und Lehrlingen sei aber ungebrochen groß, betonen Tirols Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser und Lehrlingskoordinator David Narr. Zuletzt hätten etwa 500 Unternehmen 830 freie Lehrstellen für den Herbst gemeldet.

Es gebe auch das demografische Problem, leider würden viele Eltern aber gerade jetzt in der Corona-Zeit ihre Kinder verstärkt in Schulen schicken. Im laufenden Jahr ist die Zahl der Lehranfänger um etwa 300 oder etwa 10 Prozent zurückgegangen – auch weil es viel weniger Schulabbrecher gebe, weil die Schulen Corona-bedingt kaum noch Jugendliche durchfallen ließen, und weil es teils weniger Aufnahmetests gebe, so Walser. Dabei seien die Zukunftsaussichten heute und in Zukunft mit einer Lehre besser denn je.

Derzeit gibt es in Tirol 10.250 Lehrlinge, zuletzt haben knapp 48 Prozent eines Jahrgangs eine Lehrausbildung begonnen. Von den 254 verschiedenen Lehrberufen wird in Tirol in 156 ausgebildet. Insgesamt 197 Betriebe, die ein Drittel aller Lehrlinge haben, seien als Ausbilder ausgezeichnet. „Das ist wie eine Art Super-Uni“, sagt Narr.

Wer heute in eine Lehre geh­e, habe in der Zukunft alle Chancen, betont Walser. Neben einer guten Ausbildung habe man danach eine Jobgarantie. Während der Lehre hätten die Jugendlichen attraktive Lehrlings-Gehälter von je nach Lehrjahr teils 1000 bis 1500 Euro netto. Ganz generell sei die Bezahlung für Fachkräfte in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wenn ein anderer Jugendlicher Matura mache und dann studier­e, habe er bis zum Berufsstart schon zehn Jahre Rückstand beim Gehalt.

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Walser und Narr drängen auf eine noch stärkere Durchlässigkeit und gegenseitige Anrechnungen von Qualifikationen im Bildungsbereich (von der HTL bis zur Uni). In Tirol gibt es bereits 400 Junge, die eine verkürzte Lehre nach der Matura machen. Weitere 7000 absolvieren eine Lehre mit Matura. Eine abgeschlossene Lehre sei auch der beste Weg hin ins Unternehmertum. Walser fordert auch die Unternehmer auf, ihre Kinder wieder verstärkt in eine Lehre zu schicken und etwa bei der Besetzung von Führungsjobs dezidiert nach Fachkräften und Meistern zu suchen.


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