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In Tirol fehlt Holz: Export ist nur Teil der Wahrheit

Holz ist derzeit sehr begehrt, aber nicht nur in Tirol Mangelware. Die Industrie sieht sich zu Unrecht in der Kritik.

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Das Baumaterial ist generell knapp. Der nachhaltige Baustoff Holz steht besonders in der Auslage. Teilweise drosseln heimische Firmen nun den Export.
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Von Alexandra Plank

Innsbruck — Materialengpässe machen der Bauwirtschaft in Tirol zu schaffen, wie die TT wiederholt berichtete. Was die Holzindustrie betrifft, hält sich die hartnäckige Erzählung, der Mangel an Holzwerkstoffen sei dem Export in die USA geschuldet. Dort lasse sich nämlich ein noch höherer Preis erzielen. Die Holzindustrie ist eine stark außenhandelsorientierte Branche. Sie ist österreichweit nach dem Tourismus der größte Devisenbringer.

Rüdiger Lex, Geschäftsführer von proHolz Tirol, Verein der Tiroler Forst- und Holzwirtschaft, sagt, der Export sei nur ein Teil der Wahrheit und die einfachste Erklärung für ein komplexes Problem. „Die Situation kann man mit der Staubildung vergleichen. Da ist es oft so, dass man nicht weiß, wo er herkommt, dann stellt sich heraus, das war ein Bremsvorgang drei Kilometer weiter vorne." Nicht nur der Umstand, dass beim ersten Lockdown weniger produziert werden konnte, sei für den Holzmangel ursächlich, sondern auch die immense Nachfrage, nicht zuletzt durch den Heimwerker-Boom. Auch Kleinvieh macht Mist.


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