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Prozess: Infizierte Tiroler Pflegeleiterin trat Nachtdienst an

Weil in einem Seniorenheim trotz Covid-Infektion weitergearbeitet wurde, standen eine Diplompflegerin und ihr Amtsleiter vor dem Kadi.

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Letztes Frühjahr wurden Seniorenheime auf eine harte Probe gestellt. Covid-infiziertes Personal konnte kaum ersetzt werden.
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Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Dass man im Nachhinein mit vorschnellen Urteilen über Verfehlungen zu Covid-Maßnahmen vorsichtig sein sollte, zeigte gestern ein Prozess am Landesgericht. Angeklagt waren dort die einstige Pflegedienstleiterin eines Tiroler Seniorenheims und der damalige Amtsleiter einer Gemeinde.

Der Vorwurf klang angesichts der Angeklagten nicht nur strafrechtlich erschütternd: vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten, da letzten März ausgerechnet die Pflegedienstleiterin trotz positiver Corona-Testung weiter ihren Nachtdienst angetreten hatte. Als nach einer anonymen Anzeige die Polizei angerückt war, hatte der Gemeindeamts- und stv. Heimleiter der Polizei erklärt, dass man laut Epidemiegesetz als Pflegekraft in Ausnahmefällen ja trotz Infizierung weiter der Arbeit nachgehen könne. So gestern einer der einschreitenden Polizisten als Zeuge.


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