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Komplexitätsforscher Klimek: Dauerhafte Lösung noch offen

Österreich pendelt zwischen Öffnungsschritten und Lockdowns: Ein großer Knackpunkt bleibt die Mobilität der Menschen, so Komplexitätsforscher Peter Klimek.

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Regionale Lockdowns machen dann Sinn, wenn das Infektionsgeschehen nicht zu großflächig ist, so Klimek.
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Derzeit wird heftig über die Sinnhaftigkeit von Lockdowns diskutiert. Mobilitätseinschränkungen waren im ersten Lockdown ja deutlich stärker als in den folgenden. Ein Beweis dafür, dass sich die Wirksamkeit von Lockdowns mit der Häufigkeit quasi von selbst aufzehrt?

Peter Klimek Ganz so einfach ist es nicht, wenn es um die Effektivität des Lockdowns gemessen an der Mobilitätsreduktion geht. Es stimmt, dass die Wirkung des ersten Lockdowns eine deutlich stärkere war. Man muss dazu aber berücksichtigen, dass die Maßnahmen strenger waren – sie erinnern sich, die Kinderspielplätze waren abgesperrt, die Bundesgärten geschlossen. Fakt ist, dass der vierte Lockdown im Osten mindestens so effektiv war wie der zweite in ganz Österreich. Was wir auch wissen, ist, dass Lockdowns die ersten ein bis zwei Wochen gut halten, dann tritt eine gewisse Müdigkeit bei der Bevölkerung ein. Das ist in allen Ländern Europas übrigens so. Lockdowns helfen aber sehr wohl, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Sie sollten nur eher kurz sein, weil sich die Wirkung abnutzt. Wie sehr effektive Lockdowns helfen, hat man zuletzt in Portugal gesehen, wo binnen kürzester Zeit die Inzidenzzahlen von 900 auf 30 runtergegangen sind.


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