Haller Radieschenfest samt Jubiläum entfällt auch heuer

Auch heuer wird keine neue Radieschenprinzessin gekrönt. Geerntet wird von den Bauern trotzdem.

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Romed Giner und Josef Posch sind mit der diesjährigen Ernte zufrieden.
© Rita Falk

Hall i. T., Thaur – Das alljährliche Radieschenfest in Hall in Tirol muss heuer zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden. Neben der Radieschenprinzessin ist bei dieser Veranstaltung die rote, leicht scharfe Knolle der Hauptdarsteller. „Wir bringen das 20. Jubiläumsjahr einfach nicht hin, eigentlich wäre es ja schon letztes Jahr gewesen“, sagt Romed Giner, stellvertretender Obmann des Vereins der Tiroler Gemüsebauern.

Das Radieschenfest findet im Normalfall am letzten Samstag im April statt. Für die Bauern ist es einer der wenigen direkten Kontaktpunkte mit den Konsumenten. „Bei einem Glas Wein und einem Radieschenbrot können wir uns hier mit den Kunden austauschen“, erklärt Giner.

Hinter den Radieschen steckt viel Handarbeit.
© Rita Falk

Radieschen gibt es trotzdem. Seit mittlerweile einer Woche sind sie neben anderen Tiroler Produkten, wie Lauch, Jungzwiebel, Kresse und zum Teil auch Rucola und Spinat, überall im Handel sowie auf den Regional- und Bauernmärkten erhältlich. „Die ersten Salate kommen in der nächsten Woche“, verspricht Romed Giner. Aufgrund der geschlossenen Gastronomien habe man die Saat in diesem Jahr an den Bedarf angepasst, für eine Öffnung Anfang Juni seien die Gemüsebauern allerdings gewappnet.

Frost und Schnee in den vergangenen Wochen konnten gut überstanden werden. „Bis dato gibt es keine gravierenden Einbußen. Natürlich haben wir Blattschäden, aber diese sind eher kosmetischer Natur“, erklärt der Obmann der Tiroler Gemüsebauern, Josef Posch. Das sei allerdings lediglich ein Mehraufwand in der Verarbeitung – die unschönen Stellen und Blätter müssen abgezupft oder entfernt werden. „Schaden an der Kultur selbst haben wir bisher noch keinen“, betont er. Nicht abschätzbar wäre die lange Zeit, in der die Temperaturen zwischen null und fünf Grad liegen. Sei dies über mehrere Tage der Fall, könne es zu Folgeschäden kommen.

Das erste Radieschenbrot muss heuer also erneut in den eigenen vier Wänden genossen werden. Und Raffaela Puelacher, die amtierende Radieschenprinzessin, bleibt wohl noch ein Jahr länger in ihrer Position, bevor 2022 einer neuen Dame die Krone aufgesetzt wird. (rosa)


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