Cowboys ohne „rauchende Colts“: „Truck Stop“ mit neuem Album

Seit 45 Jahren sind „Truck Stop“ die Stars der deutschen Country-Szene. Ihr neues Album beweist: Sie verstehen ihr Handwerk!

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Die Coolness des Alters gepaart mit der spielerischen Leichtigkeit der „jungen Wilden“ sorgt bei „Truck Stop“ auch nach mehr als vier Jahrzehnten für den perfekten musikalischen Mix.
© Telamo

Von Hubert Trenkwalder

Hamburg – Ja, sie sind so etwas wie Legenden. Truck Stop, die Urgestein­e des deutschsprachigen Countr­y, singen ihr­e Lieder so, wie sich der gemein­e deutsche Bundesbürger den Mittleren Westen der USA vorstellt, mit all jenen Klischees, welche die aktuellen amerikanischen Superstars der Countryszene tunlichst vermeiden

Aber halt, das ist überhaupt nicht böse gemeint, denn die Kult-Truppe rund um die drei Urgesteine Wolfgang „Teddy“ Ibing, Knut Bewersdorff und Uwe Lost sowie die jüngere Fraktion, bestehend aus dem neuen Frontmann Andreas Cisek (seit 2012), dem Südtiroler Chris Kaufmann (Lead-Gitarre) und Tim Reese (Fiddle, Gitarre, Banjo und Mandoline), weiß genau, was sie da tut.

Truck Stop knüpfen mit ihrem neuen Album „Lieb­e, Lust und Laster“ an ihren letzten großen Erfolg an, als sie sich im Herbst 2015 mit dem Album „Männer sind so“ den bis dato höchsten Charteinstieg sicherten. Auch die beiden zuletzt veröffentlichten Longplayer „Made in German­y“ (2017) und „Ein Stückchen Ewigkeit“ (2019) gingen jeweils direkt in die Top 25 der offiziellen deutschen Albumcharts.

So klingt im Grunde ehrliche, handgemachte Country-Musik mit norddeutschem Gütesiegel. Die 14 neuen Songs, produziert von Truck Stop und Stephan Gade, haben den richtigen Ton getroffen. Schon der erste Vorbote zum neuen Album, die Single „Mein Zuhaus“, startete im Herbst erfolgreich in die Rundfunkcharts, ein gefühlvolles Stück über echtes Vertrauen, bedingungslose Akzeptanz, auch mit Fehlern und Macken, Ecken und Kanten.

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Seit über 45 Jahren verbreiten Truck Stop ihre Message im deutschsprachigen Europa. Rasant und rhythmisch anspruchsvoll fliegen da mit einem vielkehligen „Yeehaw“ die Hüte in die Luft. Dann gibt es wieder die romantischen Liebeserklärungen, die gekonnt ins deutsche Schlagereck entführen. Und die Bandbreite zwischen rockigen und ruhigen Nummern ist auf dem neuen Album auch deshalb so groß, weil sich neben Andreas Cisek auch Uwe Lost und Knut Bewersdorff abwechselnd als Sänger inszenieren.

Da sie – wie so viele ihrer Kollegen – die nächste Tournee gerade auf den Winter 2021 verschieben mussten, sind natürlich auch Fernweh und die Sehnsucht nach dem Unterwegs­sein ein großes Thema: „Endlich wieder auf Tour“ heißt einer der neuen Songs, „und für unsere Fans wieder live musizieren zu können, ist auch unser größter Wunsch“, sehnen sich Teddy und Co. zurück auf die großen Bühnen.

Doch bevor die Tour-Laster endlich wieder auf die Autobahn zurückkehren dürfen, laden Truck Stop zumindest musikalisch dazu ein, sich „40 Wagen westwärts“ in ein­e Corona-freie Welt zu träumen, und ihr Rezept für eine gute, gemeinsame Zeit klingt einfach, nach „Liebe, Lust und einem PS-starken Laster“.

Infos und neue Tourdaten unter truck-stop.de


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