Kitzbüheler Gemeinden müssen für Sportpass drauflegen

Nach Bürgerprotesten gegen die Preissteigerung gewähren Kirchdorf und Oberndorf einen kräftigen Finanzierungszuschuss.

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Acht Gemeinden sind am regionalen Jugendsportpass beteiligt, die Bürgermeister präsentierten im März das neue Area-Ticket.
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Von Michael Mader

Kirchdorf i. T., Oberndorf i. T. – Erst im März wurde der neue Jugendsportpass für die Gemeinden Fieberbrunn, Hochfilzen, Kirchdorf, Oberndorf, St. Jakob in Haus, St. Johann in Tirol, St. Ulrich am Pillersee und Waidring vorgestellt.

Mit dem neuen Area-Ticket können Jugendliche Badeanstalten, Langlaufloipen, Eislaufplätze und Bergbahnen in acht Kitzbüheler Gemeinden gratis benützen, zudem gibt es viele Preisnachlässe bei mehr als 20 regionalen Partnern wie etwa bei Sport- und Verleihgeschäften, in Fitnessstudios sowie für sportmotorische Tests und Personal Training.

„Wir haben mit 180 Euro für 365 Tage im Jahr ein unglaublich gutes Angebot“, glaubte regio3-Geschäftsführer Stefan Niedermoser bei der Vorstellung des Projektes.

Keine Freude mit dem Preis hatten aber laut Kirchdorfs Bürgermeister Gerhard Obermüller etliche Eltern in seiner Gemeinde. In sozialen Medien wurde protestiert, sogar eine Unterschriftenaktion sei schon gestartet worden, schlussendlich dann aber wieder abgesagt worden. Eilends hat der Gemeindechef nämlich zu einer Versammlung gerufen, um die erhitzten Gemüter etwas abzukühlen.

Je nach enthaltener Leistung hat der Sportpass in Kirchdorf nämlich 90 bzw. 130 Euro gekostet. Die Preissteigerung wollten die Eltern so nicht hinnehmen. „Wir haben den Preis 21 Jahre lang nicht erhöht“, rechnet Obermüller vor, dass die Kosten heutzutage bei 150 Euro liegen würden, wenn man die Inflation immer einberechnet hätte. Trotzdem hat sich die Gemeinde dazu entschieden, für heuer für das erste und zweite Kind jeweils einen 50-Euro-Gutschein der Kirchdorfer Kaufmannschaft draufzulegen. Für das dritte und vierte Kind sogar jeweils einen 100-Euro-Gutschein. „Nach einem Jahr wollen wir dann mit den Bürgern eine Feedbackrunde machen“, erklärt Obermüller.

In der Gemeinde Oberndorf gab es laut Bürgermeister Hans Schweigkofler zwar nur eine E-Mail und einen Anruf, trotzdem wolle man mit Kirchdorf gleichziehen: „Wir haben denselben Sportpass wie in Kirchdorf. Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass wir das Geld eins zu eins an die Bergbahn weitergegeben haben. Das Schwimmen war sozusagen gratis. Trotzdem wollen wir diese Differenz etwas abfedern.“ Im Sportausschuss habe man sich bereits darauf geeinigt, nach dem System seines Kollegen Obermüller Gutscheine der Oberndorfer ­Kaufmannschaft beizusteuern. Noch muss aber der Gemeinderat seinen Segen dazu geben. Aber auch Schweigkofler betont, dass es sich jetzt um ein Ganzjahresticket handelt, in dem wesentlich mehr ­Leistungen enthalten sind.


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