Windenrettungseinsätze in Reutte: „Kommunikation am wichtigsten"

Der Notarzthubschrauber RK-2 hatte von Reutte aus 180 Windenbergungen im Jahr 2019, fast ebenso viele 2020.

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Die Winde des Rettungshubschraubers RK-2 ist 90 Meter lang.
© ARA

Reutte – In Reutte ging am Samstag bei optimalen äußeren Bedingungen das halbjährliche Windentraining der ARA-Flugrettung über die Bühne. Dabei übte die Crew des Notarzthubschraubers „RK-2“ im bekannten Klettergebiet Gsperr das rasche und vor allem sichere Handling der 90 Meter langen Rettungswinde. Immer dann, wenn der Helikopter nicht in der Nähe des Patienten landen kann, kommt die Winde zum Einsatz. Besonders häufig ist dies im alpinen Gelände der Fall – im Winter wie im Sommer. „Im Ernstfall zählt jede Sekunde, da muss dann jeder Handgriff exakt sitzen“, weiß der leitende Flugretter der ARA-Flugrettung, Elmar Flatz. „Das Wichtigste bei einem Windenrettungseinsatz ist die Kommunikation innerhalb der Crew.“ Diese besteht aus dem Piloten, dem Windenoperator, der ein speziell ausgebildeter Notfallsanitäter ist, sowie aus einem Notarzt und dem Flugretter.

Nachdem der Pilot die Rettungsstelle von der Luft aus erkundet hat, sieht er im folgenden Windeneinsatz die Einsatzstelle mit dem zu Rettenden nicht direkt und muss sich daher sprichwörtlich „blind“ auf den Windenführer verlassen können. Die Einsätze mit der am Notarzthubschrauber vom Typ Airbus H145 fix angebauten Rettungswinde haben in den letzten Jahren im Außerfern deutlich zugenommen. Der Rekordwert aus dem Jahr 2019 mit 180 Windenbergungen wurde 2020 aufgrund der Covid-Pandemie zwar knapp nicht erreicht, für die kommenden Monate rechnet man bei den ARA-Verantwortlichen in Reutte aber mit einem spürbaren Anstieg. „Wir gehen davon aus, dass es im Sommer aufgrund der Covid-Krise wieder extrem viele Menschen in die Berge zieht. Eine Zunahme der Windenbergungen scheint somit absehbar“, sagt der Leiter der Stationsorganisation, Michael Schweiger aus Lechaschau.

Der medizinische Leiter der ARA-Flugrettung in Reutte, Christian Nußbickel, erklärt: „Die fix angebaute Rettungswinde hat zwei ganz wesentliche Vorteile. Einerseits kann der Patient dadurch deutlich schneller notfallmedizinisch versorgt werden und auch beim Abtransport gewinnt man wertvolle Zeit. Mitunter genau jene Minuten, die schließlich über Leben und Tod entscheiden.“ Die beiden Übungsleiter zeigten sich mit dem Verlauf des gesetzlich vorgeschriebenen Trainings jedenfalls äußerst zufrieden: „Das Zusammenspiel zwischen Piloten, Windenoperatoren, Notärzten und Flugrettern hat wie am Schnürchen geklappt. Wir sind für die kommende Sommersaison top vorbereitet.“ (TT, hm)

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