Super League vor Kollaps - ManCity erklärte Rückzug

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Das Projekt einer europäischen Fußball-Super-League könnte schon zwei Tage nach seinem Bekanntwerden in sich zusammenbrechen. Manchester City erklärte am Dienstagabend seinen Rückzug von der umstrittenen Eliteliga, weitere Clubs dürften demnächst folgen. Dazu zählt wohl Chelsea - die „Blues“ bereiteten laut britischen Medienberichten ebenfalls ihre Abschieds-Stellungnahme vor.

Vor dem Stadion an der Stamford Bridge, wo Chelsea das Heimspiel gegen Brighton austrug, waren feiernde Fans der „Blues“ zu sehen. Auch beim Londoner Stadtrivalen Arsenal soll der Super-League-Abschied schon beschlossen sein.

In Spanien waren die Reihen ebenfalls nicht mehr geschlossen. Laut Medienberichten kündigte Barcelona-Präsident Joan Laporta an, die Fans über eine mögliche Teilnahme an der Super League abstimmen zu lassen. „Es ist ihr Club, also ist es ihre Entscheidung“, wurde Laporta zitiert. Eine Ablehnung der Super League bei einer etwaigen Abstimmung dürfte sicher sein. Mittlerweile gilt auch Atletico Madrid als Absprung-Kandidat.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zeigte sich in einer ersten Reaktion über die Entscheidung von Manchester City hocherfreut. „Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußball-Familie begrüßen zu dürfen“, sagte der Slowene einer UEFA-Mitteilung zufolge. Der Premier-League-Tabellenführer habe große Intelligenz bewiesen, indem er auf die vielen Stimmen, besonders seine Fans, gehört habe, so Ceferin weiter.

Auch der britische Premierminister Boris Johnson war zufrieden. Er gratuliere Manchester City und Chelsea zum Rückzug, falls dieser offiziell werde, twitterte Johnson kurz vor der ManCity-Mitteilung. „Ich hoffe, dass die anderen in die Super League involvierten Vereine ihrem Beispiel folgen werden“, schrieb Johnson.

Dazu könnte schon bald auch Liverpool zählen. „Reds“-Kapitän Jordan Henderson schrieb auf Twitter über die Super League: „Wir mögen es nicht und wir wollen nicht, dass es so kommt. Das ist unsere gemeinsame Position.“

Die kollabierende Super League könnte sogar für eine echte Revolution sorgen. Die britische Regierung spielt nämlich als Konsequenz aus den jüngsten Ereignissen angeblich mit dem Gedanken, eine „50+1“-Regel nach deutschem Vorbild einführen zu wollen. Damit wäre die Zeit des ungebremsten Geldausgebens durch teilweise dubiose Eigentümer aus Arabien, Russland oder den USA wohl vorbei.

Zu Ende geht auf jeden Fall die Zeit von Ed Woodward als Vorstandschef bei Manchester United zu sein. Der bei den United-Fans ungeliebte, von der Glazer-Familie eingesetzte Geschäftsführer des englischen Rekordmeisters nimmt mit Jahresende den Hut, wie die „Red Devils“ bestätigten. Ob der Abgang schon länger geplant war oder mit dem bevorstehenden Super-League-Scheitern zu tun hat, war zunächst nicht geklärt.

Andrea Agnelli, einer der Architekten der Super League, soll seinen Job als Juventus-Boss schon seit Dienstagabend los sein. Zudem schrieben Medien von einer kurzfristig anberaumten Konferenz der zwölf Super-League-Clubs in den späten Abendstunden, in der wohl das Ende des höchst umstrittenen Projekts besiegelt wird.


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