Albaner wählen neues Parlament

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In Albanien hat am Sonntag die Parlamentswahl begonnen. Rund 3,6 Millionen Bürger sind dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In den Meinungsumfragen liegt die Sozialistische Partei (PS) von Ministerpräsident Edi Rama vorne. Nach fast acht Jahren an der Macht geht es für ihn um eine dritte Amtszeit in Folge.

Das kleine Balkanland ist politisch tief gespalten, die verfeindeten Lager sprechen einander die Daseinsberechtigung ab. Am Mittwoch kam bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten beider Lager in der Stadt Elbasan ein Mann ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Die national-konservative Demokratische Partei (PD) wirft Rama Wahlbetrug und Korruption vor. Sie boykottiert zusammen mit der kleineren Sozialistischen Bewegung für Integration (LSI) seit mehr als zwei Jahren das Parlament.

Die Opposition, die auch die Kommunalwahlen im Jahr 2019 boykottierte, nimmt aber an dieser Wahl wieder teil. Albanien war bis Anfang der 1990er-Jahre eine stalinistische Diktatur. Seitdem hat sich das Land grundlegend verändert, pluralistische und marktwirtschaftliche Verhältnisse hielten Einzug. 2009 wurde es NATO-Mitglied. Für den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen erteilten die Staats- und Regierungschefs der Union im Vorjahr Grünes Licht.

Zugleich erschweren eine ineffiziente Verwaltung, Korruption und eine hohe Abwanderung das Leben der Bürger. Regierungschef Rama, der immer wieder Verbesserungen verspricht, neigt zu einem autoritären Regierungsstil. Wahlprogramme legten weder seine Sozialisten noch die Oppositionsparteien vor.

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Die Wahllokale öffneten um 7.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr. Danach sollen Ergebnisse von Wahltagsbefragungen veröffentlicht werden. Erste offizielle Ergebnisse sollen in den Nachtstunden vorliegen.


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