Direktoren befürworten Rückkehr zu Schul-Vollbetrieb

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Nach den Abschlussklassen sind am Montag in Wien und Niederösterreich auch die restlichen Schüler wieder in die Klassen zurückgekehrt. Bis 14. Mai gibt es wie im Rest Österreichs an Volksschulen fünf Tage Präsenzbetrieb, an den anderen noch Schichtbetrieb. Die AHS-Direktoren begrüßen unterdessen grundsätzlich den geplanten Vollbetrieb ab 17. Mai, andere Lehrervertreter sprechen sich vehement dagegen aus.

Die Schüler in Wien und Niederösterreich waren aufgrund des „Ost-Lockdowns“ seit den Osterferien daheim. Seit 12. April durften die Abschlussklassen wieder zumindest im Schichtbetrieb an die Schulen zurück.

Auch österreichweit gelten ab heute wieder etwas weniger restriktive Regeln für den Schulbetrieb. So dürfen Klassen mit weniger als 18 Schülern zurück in den Vollbetrieb, wenn am Standort die Hygienebestimmungen lückenlos einhaltbar sind - das dürfte vor allem den ländlichen Raum und höhere Oberstufenklassen betreffen, wo die Schülerzahlen geringer sind. Außerdem können neben Matura- und anderen Oberstufen-Abschlussklassen (für diese war dies bisher schon möglich, Anm.) auch alle vierten Klassen der AHS-Unterstufe, Mittelschule und Sonderschule sowie Polytechnische Schulen schulautonom vom Schichtbetrieb abweichen.

Weitere Erleichterungen: Es dürfen wieder eintägige Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen stattfinden - allerdings nur „unter strikter Einhaltung der notwendigen Hygienebestimmungen und Durchführung einer Risikoabwägung“. Auch Kooperationen mit Vereinen sind im Freien wieder möglich.

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Unterdessen begrüßen die AHS-Direktoren in einer Aussendung die geplante Rückkehr zum Vollbetrieb ab 17. Mai grundsätzlich - „wenn die ExpertInnen dazu angesichts der Infektionszahlen Anfang/Mitte Mai tatsächlich raten“. Schüler würden mittlerweile stark unter dem Entzug von Sozialkontakten leiden, die Lehrer seien durch den Schichtbetrieb mit halben Klassen und parallelem Distance Learning maximal belastet, so Direktoren-Sprecherin Isabella Zins.

Klar müsse aber sein, dass bei vermehrten Infektionen an einer Schule zum Schichtbetrieb zurückgekehrt werden müsse, betonte die Direktorensprecherin. Auch an den Maturatagen dürfe es keinen Vollbetrieb geben - einerseits müssten die Maturanten geschützt werden, andererseits brauche es an diesen Terminen mehr Räume und Aufsichten.

Zum Gelingen des Vollbetriebs beitragen könne das Dauerlüften bei höheren Temperaturen, die geplanten drei Tests pro Woche sowie Lehrer-Impfungen, wenn diese tatsächlich stattfinden. Nach wie vor sei die Impf-Lage in den einzelnen Bundesländer aber sehr unterschiedlich, meinte Zins. Viele Pädagogen würden sich sorgen, dass das Infektionsrisiko in vollen Klassen ohne Einhaltung der Abstandsregeln wieder steige.

Zu diesen gehören die Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG). Bei den derzeitigen Infektionszahlen sei ein Vollbetrieb an den Schulen nicht sicher, betonen sie in einer Aussendung. „Schulbetrieb mit vollen Klassen bedeutet bei den derzeitigen Fallzahlen geplante Durchseuchung.“ Vor einem breiten Ausrollen der Impfkampagne sei dies „unverantwortlich“ - die meisten Pädagogen hätten erst eine Teilimpfung erhalten, manche noch überhaupt keine, und die allermeisten Eltern seien auch noch ungeimpft.


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