Wiener Urologe wegen Körperverletzung und Betrugs angeklagt

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Die Vorwürfe gegen einen Wiener Urologen, der sich am kommenden Freitag am Landesgericht für Strafsachen verantworten muss, wiegen schwer. Er soll zwischen 2013 und 2017 fünf Männer, die sich wegen Erektionsproblemen zu ihm in Behandlung begeben hatten, falsch diagnostiziert und in weiterer Folge bei den Patienten gefäßchirurgische Eingriffe vorgenommen haben, die nicht dem Stand der Wissenschaft entsprachen.

Laut Anklage fügte er damit vier Patienten, denen er ein - tatsächlich nicht vorhandenes - venöses Leck in einer Penisvene diagnostiziert hatte, eine schwere gesundheitliche Schädigung, nämlich eine dauerhafte erektile Dysfunktion zu. Bei einem Patienten soll der Urologe entgegen dessen Einwilligung eine Penisverlängerung und Verdickung vorgenommen haben. Der Anklageschrift zufolge hatte das „eine wesentliche Veränderung seines Penis samt Erektionswinkel“ zur Folge, was die Staatsanwaltschaft als schwere Körperverletzung qualifiziert.

Damit nicht genug. Die Anklagebehörde glaubt beweisen zu können, dass der Urologe die Männer in Bereicherungsabsicht bewusst getäuscht hat, um hinsichtlich der von ihm angeratenen Operationen jeweils ihre Einwilligung zu erwirken. In Bezug auf die kassierten Honorare ist daher auch schwerer Betrug angeklagt.

Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Zwei Patienten, die schon vor den Operationen sehr unter ihren gesundheitlichen Problemen gelitten haben sollen, nahmen sich nach den laut Anklage nicht lege artis durchgeführten Eingriffen das Leben.

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Der Arzt ist erst vor wenigen Tagen in einer anderen Causa in die Schlagzeilen geraten. Ein Vertrag des Landes Tirol mit seiner Firma über die Abwicklung von PCR-Tests hatte für Aufregung gesorgt. Das Labor verdiente knapp acht Millionen Euro und hatte im vergangenen September den Auftrag direkt und ohne Ausschreibung erhalten, berichtete der „ORF Tirol“.

Eine Tochterfirma des Wiener Unternehmens mit Sitz in Kirchberg in Tirol sei im September mit einem „All-Inclusive“-Paket an das Land herangetreten, hieß es. Unter anderem in mobilen Labors wurden danach PCR-Tests für 38,50 Euro gemacht, die Eingabe in die Datenbank brachte dem Unternehmen jeweils 1,50 Euro ein, pro Mutationsscreening wurden 60 Euro verrechnet. Der Wiener Firmenchef versicherte dazu dem ORF, dass die Qualität bei einem Preis von 38,50 Euro stimme.


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