Polizei in der NS-Zeit wird wissenschaftlich untersucht

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Das Innenministerium lässt die Rolle der Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftlich untersuchen. Ein ressortinternes Team sowie unabhängige Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen sich an dem Forschungsprojekt beteiligen. Die Ergebnisse sollen in die Grundausbildungs- und Fortbildungsprogramme des Innenministeriums einfließen. Außerdem sind wissenschaftliche Publikationen und Symposien sowie eine Ausstellung angedacht.

Bis heute gebe es nur wenige wissenschaftliche Arbeiten, die die Rolle der österreichischen Polizei in den Jahren 1938 bis 1945 beleuchten. Innenministers Karl Nehammer (ÖVP) will nun mit dem Forschungsprojekt dieses Kapitel der österreichischen Polizeigeschichte „umfassend und transparent“ aufarbeiten. Derzeit besteht das Projekt aus einem internen Team, das in der Folge um externe Expertinnen und Experten erweitert werden soll. Der Abschluss des Projekts ist für Ende 2023 geplant.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus ist für Nehammer nicht nur ein essenzieller Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern die Grundlage für eine moderne Polizei. Unter anderem in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sollen die Biografien von Tätern und Opfern bei der Exekutive erforscht werden. So könnten „Brüche und Kontinuitäten dieser Zeit, vom Anschluss bis hin zur zweiten Republik nachvollziehbar aufgearbeitet werden“.


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