Jordanien verurteilt „Eskalation“ der Gewalt in Jerusalem

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Der jordanische König Abdullah II. hat die „Eskalation“ der Gewalt in Jerusalem verurteilt. In einem Telefonat mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas habe der König „die israelischen Verstöße und die Praktiken, die zur Eskalation rund um die Al-Aqsa-Moschee führten, verurteilt“, teilte das Königshaus in Amman am Sonntagabend mit. Jordanien ist Hüter der heiligen Stätten in Ost-Jerusalem.

Abdullah II. kritisierte demnach auch die „Provokationen gegenüber den Bewohnern von Jerusalem, die gegen Völkerrecht und die Menschenrechte“ verstießen. Zudem wies er „die Versuche der israelischen Behörden“ zurück, „die demografische Lage in Ost-Jerusalem zu verändern“. Gemeint ist der israelische Siedlungsbau im arabischen Ostteil der Stadt, den Israel im Jahr 1967 erobert und 13 Jahre später annektiert hatte.

Der Geschäftsträger der israelischen Botschaft in Amman wurde am Sonntag ins jordanische Außenministerium zitiert, das gegen die israelischen Verstöße an der Al-Awsa-Moschee und die Angriffe gegen Bewohner Jerusalems, vor allem im Viertel Sheikh Jarrah, zu protestieren“.

Palästinenser und israelische Polizisten hatten sich am Wochenende in Ost-Jerusalem die schwersten Zusammenstöße seit Jahren geliefert, rund 350 Menschen wurden verletzt. Mehr als 120 Menschen wurden allein am Samstagabend nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds verletzt. Bei Zusammenstößen auf dem Tempelberg und in anderen Teilen Ost-Jerusalems waren am Abend zuvor bereits mehr als 220 Verletzte registriert worden. Die meisten wurden demnach durch Gummigeschoße oder Blendgranaten der israelischen Polizei verwundet.

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Der Protest hatte sich an der drohenden Zwangsräumung palästinensischer Familien in einem Viertel der Stadt entzündet. Ein für Montag geplanter Gerichtstermin in dem Fall wurde am Sonntag verschoben.


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