Neue Zusammenstöße auf dem Tempelberg

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Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist weiter keine Entspannung in Sicht. Auf dem Tempelberg in Jerusalem haben sich Palästinenser und die israelische Polizei am Montagabend neue Auseinandersetzungen geliefert. Dutzende Menschen seien verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Nach Angriffen aus den Reihen der Palästinenser habe die Polizei Blendgranaten und Gummigeschoße eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben.

Auch im von Israel besetzten Westjordanland kam es zu neuen Zusammenstößen. Augenzeugen berichteten über gewaltsame Auseinandersetzungen unter anderem in Ramallah, Nablus und Hebron, bei denen es mehrere Verletzte gegeben habe.

In der türkischen Metropole Istanbul gingen indes mehrere tausend Menschen auf die Straße, um gegen Israel zu protestieren. Bei der Kundgebung vor dem israelischen Konsulat wurden palästinensische und türkische Flaggen geschwenkt, anti-israelische Parolen gerufen und Pyrotechnik gezündet. Auf Schildern waren Sätze zu lesen wie „Al-Quds gehört den Muslimen“. Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Die Demonstation fand trotz einer nächtlichen Ausgangssperre statt.

Die EU und die USA verteilten indes die jüngsten Raketenangriffe auf Israel und forderten ein sofortiges Ende der Gewalt im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen. Der Abschuss von Raketen aus dem Gazastreifen auf die Zivilbevölkerung in Israel sei völlig inakzeptabel und fache die Eskalationsdynamik weiter an, kritisierte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am späten Montagabend. Alle Verantwortlichen hätten nun die Verantwortung, gegen Extremisten vorzugehen. Die Vermeidung weiterer ziviler Opfer müsse Priorität haben.

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US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich ebenfalls „zutiefst besorgt“ über die Raketenangriffe aus dem Küstengebiet, das von der islamistischen Hamas beherrscht wird. „Auch wenn alle Seiten Schritte zur Deeskalation unternehmen (müssen), hat Israel natürlich das Recht, sein Volk und Territorium vor diesen Angriffen zu schützen.“ Letztlich müssten aber sowohl Palästinenser als auch Israelis dazu beitragen, die Spannungen zu reduzieren.

Seit dem Wochenende kommt es in Jerusalem infolge drohender Zwangsräumungen im Ostteil der Stadt zu massiven Protesten von Palästinensern. Bei den schwersten Zusammenstößen seit Jahren wurden hunderte Menschen verletzt. Bereits am Montag in der Früh hatten hunderte Palästinenser die israelischen Polizisten in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee mit Steinen attackiert. Die Beamten reagierten mit Blendgranaten, Gummigeschoßen und Tränengas. Bis zum Abend wurden nach Schätzungen des Roten Halbmondes fast 400 Palästinenser bei den Unruhen in Jerusalem verletzt.

Die Spannungen in Jerusalem führten auch zu einer militärischen Eskalation. Nach massivem Beschuss aus dem Gazastreifen flog die israelische Luftwaffe am Montagabend Vergeltungsangriffe auf Ziele in dem palästinensischen Küstenstreifen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen wurden dabei mindestens 20 Menschen getötet, unter ihnen neun Kinder. Nach Angaben der Hamas war auch einer ihrer Kommandanten unter den Opfern.


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