Neue Zusammenstöße auf dem Tempelberg - Raketen auf Israel

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Im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist weiter keine Entspannung in Sicht. Auf dem Tempelberg in Jerusalem haben sich Palästinenser und die israelische Polizei am Montagabend neue Auseinandersetzungen geliefert. Dutzende Menschen seien verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Laut der israelischen Armee kam es in der Nacht auf Dienstag ununterbrochen zu Raketenbeschuss aus dem von militanten Islamisten kontrollierten Gazastreifen auf Israel.

In Ostjerusalem setzte die Polizei Blendgranaten und Gummigeschoße ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Auch im von Israel besetzten Westjordanland kam es zu neuen Zusammenstößen. Augenzeugen berichteten über gewaltsame Auseinandersetzungen unter anderem in Ramallah, Nablus und Hebron, bei denen es mehrere Verletzte gegeben habe.

Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hielt auch der Raketenbeschluss aus dem von militanten Islamisten beherrschten Gazastreifen auf Israel an. „Seit 18 Uhr feuern Terrorgruppen in Gaza ununterbrochen Raketen auf israelische Zivilisten“, erklärte die israelische Armee am Dienstag in der Früh über Twitter. „Jetzt ist es 4 Uhr (Ortszeit; 3 Uhr MESZ). Das sind zehn Stunden Raketenbeschuss.“ Schon vor Mitternacht hatte das Militär von mehr als 150 abgeschossenen Raketen gesprochen, Dutzende davon habe die Raketenabwehr Eisenkuppel abgefangen.

Israel hatte am Montag in Reaktion auf Raketenangriffe am Wochenende Ziele im abgeschotteten Küstengebiet bombardiert. Laut neuen Angaben der „Jerusalem Post“ wurden dabei acht Hamas-Aktivisten getötet. Das Gesundheitsministeriums in Gaza sprach von insgesamt 20 getöteten Palästinensern im Gazastreifen, darunter neun Kinder. Gegen Mitternacht kündigte ein Hamas-Sprecher laut „Jerusalem Post“ massive Attacken auf Ziele in Israel an, falls die israelischen Polizeikräfte den Tempelberg (Al-Haram al-Sharif/Das edle Heiligtum) in Jerusalem nicht binnen zwei Stunden räumen sollten. Nach Ablauf des Ultimatums erklärte der Hamas-Sprecher dann dem Bericht zufolge, dass die Angriffspläne wegen des Einlenkens der israelischen Seite ausgesetzt worden seien.

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In der türkischen Metropole Istanbul gingen indes mehrere tausend Menschen auf die Straße, um gegen Israel zu protestieren. Bei der Kundgebung vor dem israelischen Konsulat wurden palästinensische und türkische Flaggen geschwenkt, anti-israelische Parolen gerufen und Pyrotechnik gezündet. Auf Schildern waren Sätze zu lesen wie „Al-Quds gehört den Muslimen“. Al Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Die Demonstation fand trotz einer nächtlichen Ausgangssperre statt.

Die EU und die USA verteilten die Raketenangriffe auf Israel und forderten ein sofortiges Ende der Gewalt im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen. Der Abschuss von Raketen aus dem Gazastreifen auf die Zivilbevölkerung in Israel sei völlig inakzeptabel und fache die Eskalationsdynamik weiter an, kritisierte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am späten Montagabend. Alle Verantwortlichen hätten nun die Verantwortung, gegen Extremisten vorzugehen. Die Vermeidung weiterer ziviler Opfer müsse Priorität haben.

US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich ebenfalls „zutiefst besorgt“ über die Raketenangriffe aus dem Küstengebiet, das von der islamistischen Hamas beherrscht wird. „Auch wenn alle Seiten Schritte zur Deeskalation unternehmen (müssen), hat Israel natürlich das Recht, sein Volk und Territorium vor diesen Angriffen zu schützen.“ Letztlich müssten aber sowohl Palästinenser als auch Israelis dazu beitragen, die Spannungen zu reduzieren.

Seit dem Wochenende kommt es in Jerusalem infolge drohender Zwangsräumungen im Ostteil der Stadt zu massiven Protesten von Palästinensern. Bei den schwersten Zusammenstößen seit Jahren wurden hunderte Menschen verletzt. Bereits am Montag in der Früh hatten hunderte Palästinenser die israelischen Polizisten in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee mit Steinen attackiert. Die Beamten reagierten mit Blendgranaten, Gummigeschoßen und Tränengas. Bis zum Abend wurden nach Schätzungen des Roten Halbmondes fast 400 Palästinenser bei den Unruhen in Jerusalem verletzt.


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