Kämpfe zwischen Hamas und Israel dauern an

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Die Kämpfe zwischen militanten Palästinensern und dem israelischen Militär halten trotz internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe mit unverminderter Härte an. Die israelische Luftwaffe flog am Montag erneut Dutzende Angriffe auf den Gazastreifen, von wo aus die islamistischen Hamas wieder zahlreiche Raketen auf israelische Städte abfeuerte. Israelische Kampfjets hätten ein Tunnelsystem der Hamas bombardiert, hieß es. Berichte über Opfer gab es zunächst keine.

Seit Ausbruch der Kämpfe vor einer Woche sind im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben 197 Menschen getötet worden, darunter 58 Kinder. In Israel sprachen die Behörden von zehn Toten, darunter zwei Kinder. Seit dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe hätten militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee rund 3.150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Davon wurden ca. 90 Prozent abgefangen, so die israelische Armee.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte, die Bemühungen zur Vermittlung einer sofortigen Waffenruhe zu intensivieren. Die Vereinten Nationen seien dazu mit allen Beteiligten in Kontakt. Auch die USA bekräftigten ihre Forderung nach einem Ende der Kämpfe. Sie habe der israelischen Regierung und den Palästinensern ihre Unterstützung angeboten, „sollten die Parteien einen Waffenstillstand anstreben“, teilte die US-Regierung mit.

Präsident Joe Biden erklärte, die USA arbeiteten mit beiden Konfliktparteien zusammen, um eine dauerhafte Ruhe zu erreichen. „Wir glauben auch, dass Palästinenser und Israelis gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit verdienen“, sagte er in einer am Sonntag ausgestrahlten Videobotschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Zuvor hatte die US-Regierung eine gemeinsame Erklärung des UN-Sicherheitsrats zu der Gewalt blockiert, und damit begründet, dass dies der Diplomatie hinter den Kulissen schaden könnte.

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu deutete jedoch kein baldiges Ende der Kämpfe an. Israels Vorgehen im Gazastreifen werde mit „voller Kraft“ fortgesetzt, damit eine Abschreckung erreicht werde, um künftige Konflikte mit der Hamas zu verhindern, sagte Netanyahu in einer Fernsehansprache nach der Sitzung seines Sicherheitskabinetts am Sonntag. Israel handle so lange wie nötig, um Ruhe und Frieden für seine Bürger wiederherzustellen. „Es wird Zeit brauchen.“

Israels Luftwaffe zerstörte am Wochenende auch ein Hochhaus mit Büros von Medienunternehmen im Gazastreifen. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor telefonisch gewarnt worden. Die von dem Vorfall betroffene Nachrichtenagentur AP zeigte sich entsetzt, Journalistenverbände protestierten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) will in der Sache den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) anrufen. In dem Hochhaus sei ein Geheimdienstbüro der Hamas untergebracht gewesen, das Angriffe auf israelische Zivilisten organisiert habe, sagte Netanyahu dem US-Sender CBS. Es sei also „ein völlig legitimes Ziel“ gewesen.

Rund 42.000 Palästinenser im Gazastreifen mussten wegen der Luftangriffe Israels auf das Küstengebiet ihre Häuser verlassen. Sie suchten Schutz in 50 Schulen des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) im Gazastreifen, wie ein Sprecher der Organisation am Montag mitteilte. Mehr als 2.500 Menschen sind nach der Zerstörung ihrer Häuser obdachlos geworden.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich während des Ramadan und nach der Absage der palästinensischen Parlamentswahl fortlaufend zugespitzt. Als Auslöser gelten Polizeiabsperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen drohende Zwangsräumungen für palästinensische Familien im Jerusalemer Viertel Sheikh Jarrah und heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem.


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