MuTh-Spielplan überschreitet 2021/22 vielfach Genregrenzen

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Nach einer wegen Corona stark beschnittenen Saison plant das MuTh am Augartenspitz rund 300 Veranstaltungen mit 15 Zyklen für die im Herbst startende Saison 2021/22. Vermehrt ansprechen will man im Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, die selbst mit etwa 20 Auftritten präsent sein werden, junges Publikum, was u.a. mit einer Reihe von Crossover-Projekten gelingen soll. So sind etwa auch Wanda-Sänger Marco Wanda oder Elektronik-Pionier Patrick Pulsinger Teil der Künstlerriege.

„Das vergangene Jahr war wohl das schwierigste seit der Eröffnung 2012“, resümierte Direktorin Elke Hesse am Donnerstag bei der Programmpräsentation. Man habe die Zeit aber auch genutzt, um „Schwung zu holen“ und über „fetzige Programme“ nachzudenken.

Schon in der Klassik-Sparte merkt man, dass die Genregrenzen nicht allzu eng gesehen werden. So findet sich darin neben Cello-Abenden mit Franz und Matthias Bartolomey oder der Kammermusik des Minetti-Quartetts etwa auch ein Zyklus mit dem Geiger Johannes Fleischmann am Spielplan, der für „Bursting Bubbles“ den Nino aus Wien und Marco Wanda auf die Bühne bittet. Sie werden deren Produzent Paul Gallister, der auch für die musikalische Leitung der heurigen Wiener Festwochen-Eröffnung verantwortlich zeichnete und der mit Fleischmann gut befreundet ist, würdigen.

Um die vorsätzliche Genreüberschreitung geht es bei „Klassik plus“. Im „therapeutischen Kabarettabend“ „Reha mit Lehár“ reicht die musikalische Bandbreite von Johann Strauss bis Herbert Grönemeyer. Schauspielerin Adele Neuhauser präsentiert wiederum in der Reihe „G‘schmischter Satz“ gemeinsam mit der Band von Edi Nulz, in der auch ihr Sohn Julian Adam Pajzs spielt, eine „autobiographische Lesung mit Kammerpunkjazz-Begleitung“. „WTF - What The Fugue?“ fragt sich indes das New Piano Trio, das die barocke Fuge mit Balkanrhythmen verbindet.

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In Sachen Opern und Musiktheater wartet das MuTh etwa mit Otto M. Zykans modernem Klassiker „Singers Nähmaschine ist die Beste“ oder zwei auch für Kinder geeigneten Inszenierungen auf: mit der Sängerknaben-Produktion „Die Reise des Kleinen Prinzen“ und „Pùnkitititi!“, einer Produktion des Salzburger Marionettentheaters für die Mozartwoche 2020, die Hesse unbedingt nach Wien holen wollte, wie sie sagte.

Apropos junges Publikum: Unter dem Motto „Sing & Klang“ gestalten die Eleven der Sängerknaben für Kinder insgesamt vier Nachmittage. Krabbel- und Mitmachkonzerte oder ein „Klangsalat im Kinderzimmer“ wenden sich ebenfalls an die Kleinen.

Drei Künstlerinnen und Künstler haben im Rahmen von „Curated by“ für die kommende Saison von Hausherrin Hesse eine Carte Blanche in die Hand bekommen: Pianistin Maria Radutu, Saxophonist Gerald Preinfalk und Jazzmusiker Ulrich Drechsler. Letzterer bringt an vier „The Shape of Elements“-Abenden Wasser, Erde, Feuer und Luft auf die Bühne und lässt sich dabei von Elektronikgrößen wie Patrick Pulsinger oder Dorian Concept und Visuals von Ulrich Aschenbrenner unterstützen.

Gefragt nach ihrer Corona-bezogenen Prognose für die kommende Saison meinte Hesse, sie sei eine „unglaubliche Optimistin“. Eventuell werde man bis zum Jahreswechsel noch mit halber Platzkapazität auskommen müssen, aber ab Weihnachten werde man dann voll durchstarten können: „Das MuTh lässt sich nicht unterkriegen.

Das vergangene Jahr habe man dank Unterstützung der öffentlichen Hand und der Stiftung sowie dank Kurzarbeit „gut überleben“ können, versicherte die Direktorin. Die Zwangspause sei u.a. dafür genutzt worden, im Foyerbereich mehr Platz zu schaffen, das Cafe zu erweitern sowie die Website und das Ticketsystem klarer und übersichtlicher zu machen.

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