Österreich ist Corona-“gelb“

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Österreich ist in der Coronakrise in die gelbe Phase eingetreten. Die Ampel-Kommission reihte den Gesamtstaat nämlich am Donnerstag in die Kategorie „mittleres Risiko“ ein. Nur für Tirol und Vorarlberg wird noch hohes Risiko, also orange festgestellt. Eingeführt wurde eine neue Farbe, nämlich gelbgrün für geringes Risiko. In dieser Zone befindet sich derzeit nur das Burgenland. Gelb sind die übrigen Länder von Wien bis Salzburg.

Dass das Burgenland nicht schon ganz grün ist, liegt an einer neuen Kategorie, die eingezogen wurde - sehr geringes Verbreitungsrisiko, die vorerst kein Bundesland erreicht. Bei dieser ist eine extrem niedrige Inzidenz vorgesehen.

Erstmals seit vielen Monaten befand sich in der abgelaufenen Woche kein Bundesland mehr in der roten Zone, die bei 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner beginnt. Auch Vorarlberg ist mittlerweile mit einer Inzidenz von gut 75 deutlich unter diese Marke gefallen.

Für mittleres Risiko braucht es eine Inzidenz von unter 50. In dieser Woche haben dieses Kriterium bereits alle Bundesländer außer Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich erfüllt und das sowohl in absoluten Zahlen als auch bei der risiko-adjustierten Inzidenz, die auch Faktoren wie Alter der Erkrankten einbezieht. Bei letzterer gehört auch Oberösterreich zur gelben Gruppe.

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Musterland ist aktuell das Burgenland mit der Inzidenz von 27,5 über die Woche gerechnet gefolgt von Salzburg mit 36,5. Der Trend geht in allen Bundesländern weiter stark nach unten. Top ist das Burgenland auch, was die Zahl der Testungen angeht. Mit 80.600 Tests auf 100.000 Einwohner hat man Vorarlberg an der Spitze abgelöst. Das „Ländle“ hält auch Platz zwei nur noch knapp vor Wien. Das Aufholen der anderen Länder hängt mit jenen großen Öffnungsschritten etwa in der Gastronomie zusammen, die in der Testregion Vorarlberg schon vor Wochen vollzogen wurden. So werden ja etwa für Gasthaus-Besuche Tests vorgeschrieben, was nun auch außerhalb Vorarlbergs genutzt werden kann.

Entspannter geht es mittlerweile auch wieder auf den Intensivstationen zu. Alle Länder sind weit von der als kritisch erachteten Marke von 33 Prozent Belegung entfernt. Den höchsten Wert hat Niederösterreich mit 14,6 Prozent. Prognostiziert wird für Anfang Juni über das Land gerechnet nur noch eine Auslastung von sechs Prozent.

Eine abgeklärte Infektionsquelle gibt es in gut zwei Drittel (67 Prozent) der Fälle. Asymptotisch sind genau ein Drittel.

Sehr gering ist der Anteil der Infizierten in der Gruppe der Über-65-Jährigen, die den höchsten Grad an Impfungen aufweist. Nur sieben Prozent der Infektionen der vergangenen Woche entfielen auf diese Alterskohorte. Die anderen Gruppen weisen untereinander nur geringe Unterschiede auf.

Der Impffortschritt ist mittlerweile auch beachtlich. Die Durchimpfungsrate hat sich auf rund 45 Prozent der impfbaren Bevölkerung erhöht und liegt insbesondere in der Gruppe der über 65-Jährigen bei über 75 Prozent, die mindestens eine Dosis erhalten haben.

In gleich drei Bezirken gab es in der vergangenen Woche keine Neuinfektionen, darunter der ehemalige Problembezirk Jennersdorf. Dazu kommen die beiden Waidhofens in Niederösterreich, eines an der Ybbs, das andere an der Thaya. Bereits in 24 Regionen/Bezirken liegt die rohe 7-Tages-Inzidenz unter 25/100.000. Die höchste Inzidenz hatte mit 157,1 Imst in Tirol.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) zeigte sich erfreut über die gelb-grün-Schaltung der Corona-Ampel. Er geht davon aus, dass dem österreichweit positiven Trend weitere Öffnungsschritte folgen, meinte er vor den Beratungen von Ländern, Bund und Gemeinden am Freitag in einer Aussendung. Die Zahlen würden zeigen, dass die bereits erfolgten Öffnungsschritte keine negativen Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen im Burgenland gehabt haben. „Das wird auch durch die ersten Ergebnisse der Modellstadt-Studie von Prof. Dr. Hutter untermauert“, so Doskozil. Nötig ist seiner Meinung nach nun die Verlängerung der Sperrstunde für Kultur, Tourismus und Gastronomie.


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