Krizsan gewann Siebenkampf - 9.000 Punkte für Warner möglich

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Den Siebenkampf beim Mehrkampfmeeting in Götzis hat am Sonntag die Ungarin Xenia Krizsan mit Jahresweltbestleistung und Landesrekord von 6.651 Punkten gewonnen. Für Damian Warner sind im Zehnkampf die 9.000 Punkte noch möglich, er musste nach einem schwachem Speerwurf über die 1.500 m aber eine Zeit um 4:24 Minuten laufen. Der Kanadier führt mit 8.219 Punkten vor seinem Landsmann Pierce Lepage (7.858) und dem Belgier Thomas van der Plaetsen (7.758).

Krizsan freute sich über die beste Leistung ihrer Karriere. „Für mich ist das eine Überraschung“, sagte die Ungarin, die ihren Fokus auf Götzis gelegt hatte. Ein Ticket für Tokio löste die zweitplatzierte Niederländerin Anouk Vetter mit 6.536 Punkten, auf Rang drei kam die US-Amerikanerin Kendell Williams (6.383). Die Disziplinsiege an Tag zwei gingen im Weitsprung an Marthe Koala aus Burkina Faso (6,64 m), im Speer an Vetter (54,77 m) und im abschließenden 800-m-Rennen an die Norwegerin Henriette Jäger (2:09,79 Min.).

Die 9.000 Punkte im Zehnkampf zu übertreffen, haben bisher nur der Tscheche Roman Sebrle (9.026/2001), der US-Amerikaner Ashton Eaton (9.039/2012 und 9.045/2015) sowie der französische Weltrekordhalter Kevin Mayer (9.126/2018) geschafft.

Warner hatte am Samstag mit 4.743 Punkten das beste Halbzeitergebnis eines Zehnkämpfers in der Geschichte aufgestellt. Er verpasste über 100 m in 10,14 Sekunden den von ihm gehaltenen Weltrekord nur um 2/100 und flog im Weitsprung mit dem kanadischen Rekord von 8,28 m zum neuen Disziplinen-Weltrekord - jeweils freilich Weltbestmarken innerhalb eines Zehnkampfes.

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Am Sonntag schaffte er dies auch über 110 m Hürden, in 13,36 Sekunden verbesserte er die von ihm gehaltene Zehnkampf-Bestmarke in dieser Disziplin. Den Diskus schleuderte er auf die Siegerweite von 48,43 m, so gut war er noch nie in einem Mehrkampf gewesen. Im Stabhochsprung stellte er mit 4,80 m seine Zehnkampf-Bestleistung ein. Er habe gehofft, es sei noch etwas mehr möglich, allerdings haben ihm die windigen Verhältnisse etwas zugesetzt, erklärte er. Den Disziplinsieg schnappte sich der Franzose Baptiste Thiery mit starken 5,40 m, den Speerwurf gewann der Deutsche Niklas Kaul mit 71,49 m. Warner warf 59,46.

Nichtsdestotrotz ist Warner mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. „Gestern war wunderbar, ich hätte auch heute nicht besser starten können. Ehrlich gesagt, ist das alles eine große Überraschung für mich, die Trainingsbedingungen in der Corornazeit waren nicht die besten. Ich wusste nicht, in welcher Form ich sein werde“, sagte der 31-Jährige Jung-Vater.

Weil sowohl Training in der University of Western Ontario wegen der Covid-19-Bestimmungen als auch Reisen in die USA nicht möglich waren, baute er sich in der alten, ungeheizten Farquharson Eis-Arena in London/Ontario sein eigenes Trainingszentrum. So trainierte er Diskus und Speer mit Abwurf in ein Netz, Flugkurven freilich konnte er da nicht ausloten. Für Götzis nahm Warner übrigens einiges in Kauf. Nach der Rückkehr in die Heimat muss er zwei Wochen in Quarantäne, ehe er seine Familie wiedersehen darf.


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