Treffen zwischen Mitsotakis und Erdogan vereinbart

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Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan werden einander am Rande des NATO-Gipfels am 14. Juni in Brüssel treffen. Das kündigten der griechische Außenminister Nikos Dendias und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu am Montagmittag nach gemeinsamen Gesprächen in Athen an. Zuvor hatte Mitsotakis Cavusoglu betont herzlich und entspannt empfangen.

Die Atmosphäre während des fast einstündigen Treffens sei sehr gut gewesen, hieß es aus Regierungskreisen in Athen. Auch die Stimmung zwischen Cavusoglu und Dendias schien entspannt. „Uns ist voll und ganz bewusst, dass unsere Auffassungen sehr unterschiedlich sind - ausgerechnet bei besonders wichtigen Themen stehen sich die Meinungen sogar diametral gegenüber“, sagte Dendias nach dem Aufeinandertreffen. Doch man wolle eine schrittweise Normalisierung der Situation herbeiführen. Es sei ein 25-Punkte-Plan zur verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit festgelegt worden. Außerdem werden die beiden Länder künftig ihre Corona-Impfzertifikate und -Tests anerkennen, damit die Bürger sich besuchen können.

Cavusoglu sendete die positiven Signale zum besseren Miteinander zurück: „Ich möchte sagen, dass wir als Türkei den notwendigen Willen dafür besitzen, und ich bin froh, denselben Willen auch in Griechenland zu sehen.“ Der politische und militärische Dialog werde fortgesetzt. So sei eine weitere Expertenrunde beider Länder geplant - es wäre die dritte in diesem Jahr. Die Treffen hinter verschlossener Tür haben die Funktion eines Ventils, sollte die Situation zwischen den Nachbarn im Mittelmeer erneut eskalieren.

Beide haben jedoch Interesse an Frieden in der Region. „Wir wollen, dass all diese Probleme und Meinungsverschiedenheiten auf Basis einer guten Nachbarschaft, des internationalen Rechts und mit Respekt gegenüber gegenseitigen Rechten und Interessen gelöst werden“, betonte Cavusoglu.

Die Türkei und Griechenland arbeiten seit Jahresbeginn verstärkt daran, den Gesprächsfaden trotz massiver Konflikte nicht abreißen zu lassen. Im vergangenen Jahr standen die beiden Länder wegen des Streits um Erdgasvorkommen in der Region kurz vor einem militärischen Konflikt.

Das Treffen zwischen Mitsotakis und Erdogan wäre ein wichtiger Schritt in der Kommunikation der zerstrittenen Nachbarstaaten. Erdogan und Mitsotakis hatten sich seit Beginn der Amtszeit des Griechen im Sommer 2019 nur einmal getroffen - ebenfalls am Rande eines NATO-Treffens. Seither nahmen die Spannungen zwischen den Ländern zu.

Im April hatte Cavusoglu den griechischen Außenminister in Ankara empfangen; damals war es jedoch zu einem Eklat gekommen, als die beiden Politiker sich vor laufenden Kameras gegenseitig Fehlverhalten in zentralen Konflikten wie im Streit um Erdgasvorräte im Mittelmeer und in der Migrationspolitik vorwarfen. Im vergangenen Jahr standen die Nachbarstaaten wegen des Erdgaskonflikts zwischenzeitlich sogar kurz vor einer militärischen Auseinandersetzung.

Cavusoglu war am Sonntag bereits in den Nordosten Griechenlands gereist. Dort hatte er sich mit griechischen Bürgern muslimischen Glaubens getroffen. Die dortige Minderheit zählt rund 120.000 Menschen mit zum Teil türkischer Herkunft.


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